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Garten in GEA

Kraftspender Brennnessel

VON STEFAN DIAZ SANCHEZ

Der Herbst ist Erntezeit. Das gilt nicht nur für Obst, sondern auch für viele Kräuter und Heilpflanzen. So ist noch Ende Oktober Erntezeit für Brennnesselsamen, wie die Kräuterexpertin und Heilpraktikerin Annegret Müller-Bächtle aus Münsingen erklärt.

Die Samen hängen als kleine »Würstchen« an der Brennnessel. FOTO: DISA
Die Samen hängen als kleine »Würstchen« an der Brennnessel. FOTO: DISA
Brennnesselsamen enthalten neben Vitaminen und Linolsäure auch wichtige Mineralien wie Kalium, Kalzium und Eisen. Dank dieser Inhaltsstoffe sind sie ein natürliches Stärkungsmittel, das nicht nur in den Wintermonaten gegen Erschöpfung und Müdigkeit wirkt. »Das sind eigentlich so richtige Power-Früchtchen«, sagt Müller-Bächtle. Man schreibt den Samen auch zu, dass sie Haarausfall stoppen können, der Volksmund sagt ihnen daneben auch eine aphrodisierende Wirkung nach.

Gemeinsam mit den normalen Mahlzeiten kann man davon etwa einen Esslöffel am Tag zu sich nehmen. »Man kann die Samen zum Beispiel einfach über das Frühstücksmüsli streuen«, sagt Müller-Bächtle. Die Samen selbst sind winzige Nussfrüchte, die als kleine Würstchen von den Pflanzen herabhängen. Die Samenstiele und Hüllblätter müssen von den runden Samen zunächst entfernt werden. Um sich nicht an den Blättern zu brennen, sind Handschuhe bei der Ernte unerlässlich.



Bei sehr vielen Brennnesseln sind die Samenstände bräunlich-schwarz und trocken. Auch wenn diese reif aussehen, so kommt die dunkle Färbung durch einen Pilzbefall. Deshalb sollte darauf geachtet werden, dass nur Samen von Brennnesseln geerntet werden, die eine frische, grüne Farbe haben. Um die Samen haltbar zu machen, müssen sie nach der Ernte noch getrocknet werden.

Schnell genug trocknen

Das Trocknen gelingt am besten, wenn die Samen in einem sehr warmen Raum auf einem Papier flach ausgelegt werden. Ideal ist vor einem Holzofen. Eine normale Heizung ist oft nicht warm genug, sodass hier die Gefahr besteht, dass die Samen zu langsam trocknen und deshalb zu schimmeln beginnen. Wer die Samen in kurzer Zeit trocknen möchte, kann diese auch bei geöffneter Tür in den fünfzig Grad warmen Backofen legen.

Auf die gleiche Art und Weise lassen sich auch alle anderen Kräuter trocknen. Dies lohnt sich vor allem bei im Freien stehenden Küchenkräutern, deren letzter starker Austrieb nun noch vollständig abgeerntet werden kann, bevor die Frostperiode beginnt. Um das Aroma von Küchenkräutern möglichst gut zu erhalten, empfiehlt es sich, deren getrocknete Blätter in einem Schraubglas aufzubewahren und erst kurz vor der Verwendung zu zerreiben. (GEA)

www.gea.de/garten



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