KREIS REUTLINGEN. Die Nachfrage ist deutlich größer geworden. Und sie steigt weiter. Deshalb aber schon von einer Brennholz-Knappheit zu sprechen, hält Georg Kemmner vom Kreisforstamt für übertrieben. »Im Wald fällt immer ein großer Teil an, der nur als Brennholz zu verwerten ist.« Es sei eher so, dass die Leute eben fürchteten, leer auszugehen.
Das Gerangel um Schläge und Polter, das in etlichen Kommunen verbreitet ist, resultiert für Kemmner vor allem daher, dass es beliebte und weniger beliebte Angebote gibt. Da ist einmal nicht genug Holz im Wald, ein anderes Mal sind die Stämme zu dick (oder zu dünn), dann wieder ist der Zufahrtsweg zu dreckig. Es könne nicht gelingen, jeden mit dem Wunsch-Schlag oder Wunsch-Polter zu bedienen. Deshalb hält Kemmner die Versteigerung für das im Grunde gerechteste Verfahren. So könne jeder Interessent entscheiden, wie viel ihm dieses oder jenes Angebot wert ist.
Sorge wegen Strohmännern
Viele Gemeinden bieten das aufwendig aufbereitete, also subventionierte Polterholz nur ihren Bürgern an - eine Regelung, die öfter Anlass zu der Vermutung gibt, sie werde mithilfe von Strohmännern unterwandert. Georg Kemmner glaubt allerdings nicht, dass hier in größerem Stil beispielsweise von gewerblichen Holzhändlern getrickst werden kann: »Da bräuchte man viele Strohmänner.« Unterm Strich sieht Kemmner »die heimische Brennholzversorgung sichergestellt« - wenn auch vielleicht nicht immer zum Wunschpreis. (dew)
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