Beruf - Veränderung als Chance: Helmut Knorr hat als Geschäftsführer des Gewerbeparks Engstingen-Haid eine neue Aufgabe gefunden. Langjährige Erfahrung gefragt
Helmut Knorrs neue Aufgabe im Gewerbepark Haid
Von Christine Dewald
ENGSTINGEN. Wenn heute Nachmittag im Engstinger Rathaus die Sitzung des Zweckverbands für den Gewerbepark Haid eröffnet wird, ist Helmut Knorr zum ersten Mal in einer für ihn ungewohnten Rolle dabei: nicht als Vorsitzender, nicht als Verantwortlicher, sondern in der zweiten Reihe als Geschäftsführer und Berater. »Ich kann das also sehr viel entspannter sehen.« Auch sonst ist Lichtensteins früherer Bürgermeister mit seinem neuen Posten in der Verwaltungszentrale des Gewerbeparks mehr als zufrieden: »Das war für mich der richtige Weg, um nicht zu sagen ein Glücksfall.«
Helmut Knorr vor seinem neuen Dienstsitz: Als Geschäftsführer des Gewerbeparks Haid hat der frühere Bürgermeister eine neue Herausforderung gefunden.
FOTO: Christine Dewald
Von über hundert abrupt auf null: Für einen Menschen wie Helmut Knorr, für den die Arbeit nach eigener Schilderung einen zentralen Raum in der Lebensgestaltung einnahm, war das keine endgültige Lösung. Auch wenn er es nach 24 Jahren als Bürgermeister mit stets engem Zeitbudget genossen hat, plötzlich »sehr viel breiteren Raum für die Entwicklung der Persönlichkeit« zu haben.
Durch Freiraum entschädigt
»Dieses Erlebnis tut unglaublich gut. Es hat mich längst schon entschädigt für die erlittene Enttäuschung.« Aus der Wahlniederlage ergab sich eine Chance auf Veränderung, und er habe sich entschieden, offen und bereit dafür zu sein, berichtet Knorr.
Diese neu gewonnene Freiheit wollte Helmut Knorr nicht verlieren. Zugleich fühlte er sich mit 58 Jahren noch zu jung für den Ruhestand. Die Aufgabe als Geschäftsführer des Gewerbeparks Engstingen-Haid, die er im Oktober übernommen hat, empfindet der frühere Bürgermeister da als nahezu ideal: eine Halbtagsstelle, anspruchsvolle Themen, bei denen auch seine langjährige kommunalpolitische Erfahrung gefragt ist, neue Herausforderungen.
Zu Letzteren gehört beispielsweise eine Besonderheit des Gewerbeparks Haid, von der Bürgermeister sonst glücklicherweise verschont bleiben: die Kampfmittelbelastung. In seinen ersten Monaten war Helmut Knorr »bei sehr intensiven Gesprächen« mit dem Bund dabei, nach denen sich eine einvernehmliche Lösung für die noch nicht verkauften und nicht munitionsgeräumten Grundstücke abzeichnet. »Ich hoffe, dass wir jetzt an einem Wendepunkt angekommen sind.«
Andere Themen des Geschäftsführers sind dem früheren Bürgermeister dagegen wohlvertraut, so etwa die Planung für die Erweiterung des Gewerbeparks, die durch konkrete Anfragen jetzt Schwung bekommen hat: Ein Thema der heutigen Zweckverbandssitzung ist die Aufstellung eines Bebauungsplans, der den Rahmen dafür schaffen soll.
Schon im September hatte Helmut Knorr zusammen mit seinem Vorgänger Manfred Jungbeck den Gewerbepark und seine künftigen Aufgaben kennengelernt. »Da war schon manches neu.« Nach mehreren Monaten ist dem Geschäftsführer das Themenspektrum vertraut.
Mit seinen früheren Amtskollegen im Zweckverband sei der Umgang »kollegial und auf Augenhöhe«. Und wie Sitzungsunterlagen vorzubereiten sind, das musste dem langjährigen Rathauschef sowieso niemand sagen. (GEA)
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