Kriminalität - Gomadingen steht in der Polizeistatistik im Landkreis Reutlingen auf dem Siegertreppchen: Nirgendwo sonst geschehen so wenige Straftaten, 2016 waren es nur 28

Gomadingen ist die sicherste Gemeinde im Kreis

GOMADINGEN. 241 Einbrüche wurden im Landkreis Reutlingen im vergangenen Jahr registriert. Nur ein einziges Mal davon war der Tatort Gomadingen, wie Bürgermeister Klemens Betz am Dienstagabend seinen Gemeinderäten und Zuhörern in öffentlicher Sitzung berichtete. Und auch sonst ist die Lautertalgemeinde, was Straftaten angeht, eine Insel der Seligen:

Einbrecher
FOTO: dpa
In der landkreisweiten Statistik der Polizei steht sie mit den wenigsten Delikten - umgerechnet auf den Vergleichswert Fälle pro Einwohner - ganz oben. Noch vor Mehrstetten und Römerstein. Am meisten passiert in Metzingen, Zwiefalten und Reutlingen.

»Wir hatten noch so einen positiven Kriminalitätslagebericht«, freute sich der Bürgermeister, der die wichtigsten Zahlen und Fakten aus der Polizeiarbeit präsentierte. 28 Straftaten wurden 2016 in Gomadingen erfasst - so wenige wie noch nie. Zum Vergleich: 2011 gab's in der Gemeinde 55 Vorfälle, mit denen sich die Polizei beschäftigen musste. Dass 19 von 28 Fällen gelöst wurden, beschert Gomadingen eine überdurchschnittlich hohe Aufklärungsquote. Ebenfalls erfreulich: »Wir haben keine Jugendkriminalität«, zitierte Betz aus der Polizeistatistik. Die Tatverdächtigen waren ausnahmslos Erwachsene - bis auf einen einzigen sogenannten Heranwachsenden aus der Altersgruppe 18 bis 21 Jahre.

Feriendorf ist kein Brennpunkt

Dass die Belegung des Feriendorfs mit Flüchtlingen »Konfliktpotenzial« berge, musste sich der Bürgermeister in der Vergangenheit oft anhören. »Das Gegenteil ist der Fall«, sagt Betz, der diese These nun mit Zahlen der Polizei untermauern kann. 2015 war kein einziger »Nichtdeutscher« unter den Tatverdächtigen, 2016 waren es sechs - nur einer von ihnen zählte zur Gruppe der Asylbewerber.

Diebstahl war mit insgesamt sechs Fallen das häufigste Delikt unter den 28 Gomadinger Straftaten, gefolgt von Rohheitsdelikten (vier Fälle), zu denen vor allem Körperverletzung zählt. Rauschgift spielt mit zwei Fällen eine untergeordnete Rolle. Waren es 2015 nur zwei Vermögens- und Fälschungsdelikte, nahm die Polizei in Gomadingen 2016 vier Betrugsfälle auf.

Michael Simmendinger, als Polizeirevierleiter in Reutlingen der Experte unter den Gomadinger Gemeinderäten, warnte allerdings vor einer neuen, leider allzu oft erfolgreichen Masche: Beim »Spoofing« wird durch technische Tricks eine falsche Telefonnummer angezeigt. Die Angerufenen schenken dem Gesprächspartner, der sich als Polizist ausgibt, deshalb oft ihr Vertrauen.

Im guten Glauben, der vermeintliche Polizist wolle ihr Vermögen sicher verwahren, werden bisweilen hohe Summen auf fremde Konten überwiesen. Simmendinger berichtete von einem Reutlinger Fall, in dem ein Opfer 40 000 Euro an Betrüger transferiert hatte. »Glücklicherweise werden lokale Banken oft hellhörig, wenn ein älterer Kunde mit solchen Beträgen operiert«, relativierte Simmendinger. Gleichwohl: »Diese Masche löst gerade den Enkeltrick ab.« (ma)

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