Bürgerball - Akteure des Trochtelfinger Narrenvereins »Schrei Au« glänzen vor voller Werdenberghalle

Feuer und Flamme für die Fasnet

VON ANKE LEUSCHKE

TROCHTELFINGEN. »Ein Hexenschuss kann das nicht sein, die schießen nicht auf die eigenen Leute«, frotzelte Büttel Steffen Guhl über »Rücken« bei den Hexen. An zwei Abenden zelebrierte der Trochtelfinger Narrenverein »Schrei Au« vor voller Werdenberghalle seine Bürgerbälle - ein Highlight der Städtlemer Fasnet. Mit Witz und Selbstironie verstanden es die Narren, sich und die Trochtelfinger auf die Schippe zu nehmen und auch den Blick fürs große Ganze nicht zu verlieren. In kurzweiligen viereinhalb Stunden Show kamen die Zuschauer voll auf ihre Kosten.

»Ich ging meinen Weg mit Giganten«, blickte der neue Narrenmeister Harry Weihbrecht-Betz zurück auf »Zeiten von Fritz Bisinger und Martin Scherer«. Es ist der erste Bürgerabend für Weihbrecht-Betz und seinen Stellvertreter Steffen Guhl, die die Nachfolge von Martin Scherer und Herbert Rau antraten. Die Regierungsbildung sei problemlos abgegangen, meinte er, »auch wenn die Fußstapfen groß waren«. Jetzt hofft das neue Führungsduo, die Städtlemer Fasnet so zu gestalten, »dass es für Sie die schönste Sache der Welt bleibt«.

Prinzessin von den Haidkatzen

Den Auftakt machten die Kinderprinzengarde und die Mittlere Garde, bevor Ihre Tollitäten Prinzessin Anne-Kathrin und Prinz Sören die Bühne betraten und ihre Gesetze verlasen. Die Prinzessin ist im Städtle bei den Haidkatzen, erläuterte der Büttel. Ihr Sören, den sie liebevoll Butzi nennt, kommt aus Unterensingen und war gleich Feuer und Flamme für die Trochtelfinger Fasnet.

Ohne »Moritz« ist der Bürgerabend kein Bürgerabend. So steigt der Narrenmeister auch in die Rüstung, um zu schauen, was im Städtle alles so abgeht - von Fasnet zu Fasnet. Drei Jubiläen hat es gegeben: 50 Jahre »Ochsen«, den 60igsten Jahrestag der Wiedergründung der Bürgerwehr (in Zeiten von Einsparungen bei der Bundeswehr solle man froh sein, wenn man noch Waffen in der Stadt hat) und 125 Jahre Albverein mit Uwe Blasers absolut wasserdichter Jacke, die garantiert kein Regenwasser aus der Handytasche rauslässt. Auch die Hexen mit ihrem steinharten Kuchen und der Bürgermeister mit Schnarchallergie - der vergisst, die Trauurkunde bei einer Hochzeit zu unterschreiben - bekommen ihr Fett weg.

Polizeibekannter Saugroboter

»Wer ist eigentlich Betty?«, fragt Erna. »Ein Rennpferd«, meint Ernst. »Komisch, die hat einen Brief geschrieben.« Der verkaterte Ernst und Erna plauderten beim Frühstück aus dem ehelichen Nähkästchen. Graf Eberhard stieg aus seiner Gruft und tat sich schwer mit der Politik in diesem Jahr. Die Belladonnas besangen manches Missgeschick im Städtle, von Folberths Saugroboter, der die Polizei alarmierte, von Bredle, die der Katz besonders gut schmeckten, oder von der Hexentaufe, bei der alles gefilmt wurde, was sich hinter statt vor dem Kameramann befand.

Nach der Pause kam die Stunde der Maskengruppen. Die Haidkatzen verrieten, was alles beim Stammtisch im »Ochsen« unter anderen zwischen Bürgermeister und Pfarrer läuft. »Alles U(h)r«, präsentierten Uwe Blaser und Bernd Schmid Wortwitz: »Nicht Urahn, schaff Dir mal ne Uhr an.« Nach einem Jahr Pause gab es ein Comeback - »Star Wars - die Rückkehr der Hansele« - mit fantasievollen Kostümen und kreativer Choreografie.

Auch die Hexen schauten mit ihrer Rundschau vom Kallenberg auf das Geschehen im Städtle und auf so manchen Fettnapf. Da stolpert doch der Schlagzeuger - »Becken gebrochen«. Auch über die Steinhilber gab es wieder was zu lästern, die bei Gewitter auf dem Balkon stehen und den Himmel angrinsen, weil sie meinen, der Herrgott fotografiere sie. Beim »Kaschding« gaben die Bären einen Blick hinter die Kulissen der Bürgerabendvorbereitung. Schwer sei es, die Narrenmeister zufriedenzustellen.

Am Ende begeisterte die große Garde mit »Hair Up, kein Troll bleibt zurück« das Publikum. Wer dann immer noch nicht genug hatte, konnte bei der After-Show-Party im »Ochsen« weiterfeiern. (GEA)



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