Umzüge

Farbiger Schlusspunkt der Fasnet auf der Alb

VON UNSEREN MITARBEITERN

TROCHTELFINGEN/GAMMERTINGEN. Rund 7000 Gratulanten waren am Fasnachtsmittag ins Schwungrad Europas gekommen, um beim mit über 70 Gruppen bislang längsten Umzug der Narrenzunft Steinhilben der Fasnet im Allgemeinen und dem Hülaschlapper im Besonderen zwei Stunden kurz zu huldigen. Letzterer ist Steinhilbens Gründungsfigur und feierte in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag. Die Festgemeinde teilte sich ungefähr halbe-halbe in Laufnarren und Spalier stehende Fasnets-Fans.

Bahn frei: Fanfarenspieler führten  den Umzug am Fasnetsdienstag durch Gammertingen an. FOTO: LEIPPERT
Bahn frei: Fanfarenspieler führten den Umzug am Fasnetsdienstag durch Gammertingen an. FOTO: LEIPPERT
Ganz wie es sich für ein rauschendes Fest gehört, strahlte die Sonne, die bunten Wimpel flatterten im nicht ganz lauen Lüftchen über den Tausenden Gardemädels und Zunfträten, Weißnarren, Hexen, Spättlesnarren und Tiermasken, Themenfiguren, Musikkapellen und Mottowagen. Papier möglichst klein geschnitten fand Wege in Frisuren und den Hals entlang viel weiter hinunter. Saustifte zierten Gesichter, und was an Leckereien noch in den Vorräten der Narren war, musste unter die Leute. Wenn nächtens die Fasnet ihr kurzes Leben im Feuer ausgehaucht haben wird und in Augstberghalle, Hutzlazelt und »Lamm« die Schlüssel hinter den letzten Gästen herumgedreht sind, werden rund eine halbe Tonne Pommes, und je rund 1 500 Schnitzel, Seelen und Rote Würste hungrige Narren gespeist haben. Für die ausgeschenkten Getränke ist der Hektoliter die passende Maßeinheit, alles andere wäre zu klein.

Die Schäfle vorneweg

Kurz und heftig - so war die Fasnetsession 2018. Und mit strahlendem Sonnenschein zeigte sich die Stadt Gammertingen bei ihrem farbigen Schlusspunkt: dem Fasnetdienstagsumzug der Narrenzunft Horig. Obwohl es im Schatten fast eisig kalt war, wollten doch zahlreiche Besucher die kunterbunte Parade sehen.

Angeführt vom Fanfarenclub Gammertingen, den Festreitern und dem Zunftwagen der Narrenzunft Horig sowie den Schäfle der städtischen Kindergärten setzte sich der Narrenzug pünktlich um 14 Uhr in Bewegung. Mit dabei waren über fünfzig Gruppen von Maskenträgern, Hexengruppen, Tanzgarden oder Musikkapellen. Nicht nur aus Gammertingen und der näheren Umgebung, sondern auch aus Freiburg, Tübingen, Weingarten oder Bietigheim und Ulm war das Fasnetsvolk gekommen.

»Breisgau - Ofaloch«, »Schloss-Ochsen - Neid-Köpf« oder »Dei Hemad - hangat hussa« riefen die Maskenträger dementsprechend teils eher ungewohnte Schlachtrufe. Mehr als eine Stunde zog sich das bunte Defilee durch die Stadt, präsentierten die Teilnehmer zum Schwindeln hohe Hexenpyramiden oder versuchten, kiloweise Konfetti aus den Kitteln in den Haaren der Zuschauer zu verteilen. Die Kinder wurden mit Süßigkeiten bedacht.

Party in allen Gassen

Zum Endspurt der Fasnetsaison drehten die Narren auch beim traditionellen Umzug in Hayingen noch einmal voll auf. Sie boten gemeinsam mit Fanfarenzügen sowie Musik- und Lumpenkapellen den zahlreichen Zuschauern ein herrlich buntes Bild und verbreiteten ausgelassene Stimmung. Ein besonderes Augenmerk lag auf den Laufgruppen aus dem Städtle, die wie in jedem Jahr mit tollen Ideen und kreativen Kostümen überzeugten.

Als echte »Knaller« präsentierten sich die wandelnden Sektflaschen, die die Korken knallen ließen und Sekt ausschenkten. Stets zur Jagd bereit, verteilten Jäger-Meister gleichnamige Schnäpsle aus dem Fass und Landjäger, während schwarz-weiße Dominosteine zwar hier und da gefährlich wankten, aber nie zum Umsturz gebracht werden konnten. Zu allen Schandtaten bereit, schlichen Panzerknacker inmitten wunderschöner Masken durch die Straßen, und auch der Feinstaub-Versuch an Affen wurde anschaulich zum Thema gemacht.

Endlich waren die Hayinger wieder einmal vom Wetter verwöhnt worden und konnten sich im Anschluss an den abwechslungsreichen Umzug über gute Stimmung und Partytreiben in allen Gassen freuen. (GEA)


Galerie

Tausende auf den Beinen

Fasnetsumzüge auf der Alb

Fasnetsumzug Steinhilben 2018
Steinhilben in Narrenhand. FOTO: Stefanie Häussler
 
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