Fasnet - Narrenzunft Steinhilben feiert zwei Bürgerballnächte mit Tanz, Musik und amüsanten »Fasnetsstückle«

Dorfgeschehen sorgt für Vergnügen

VON STEFANIE HÄUSSLER

TROCHTELFINGEN-STEINHILBEN. Ursula von der Leyens Besuch in Steinhilben im letzten Jahr war für die Moderatoren Timo Hölz und Adrian Hölz beim Bürgerball der Narrenzunft Steinhilben am Freitag und Samstag in der ausverkauften Augstberghalle der Aufhänger für den einzigen politischen Seitenhieb: So gerne Politgrößen im Schwungrad Europas willkommen geheißen würden, auf Donald Trump würde man gerne verzichten.

Für das abendfüllende Programm reichten die rund 20 lokalen Begebenheiten, die aufmerksame Zeitgenossen das Jahr über gesammelt haben. Dazu ein bunter Mix von Maskentänzern, den Auftritten der mehrfach prämierten Tanzgarde als akkurate Gardemädels und als filigrane Medusen, Werner Bergmanns Albrebellen mit neuen Liedern und den Augstbergmusikanten samt Fasnetsdirigent Josef Gulde. Mit ihrem authentischen Programm rissen die Akteure ihr Publikum mit und zu Begeisterungsstürmen hin.

Sein Glas erhob Zunftmeister Marc Hazotte auf den Hülaschlappr im Schwabenalter. Mit der Gründungsfigur der Steinhilber Fasnet hält die Narrenzunft das Stück Dorfgeschichte fest, als Bauern einst in Holzschuhen - Schlappern - das Vieh zum Tränken zur Hüle führten.

Verfrühter Frühschoppen

Ganz im Hier und Jetzt hingegen spielten die »Fasnetsstückle«. Hanswurstel Martin Denzler wusste, dass Jürgen Locher neben seiner neuen Zahlencode-Schließanlage im Blumentopf eine Lesebrille deponiert hat, um sicherzustellen, dass er jederzeit die kleinen Zahlen entziffern kann. Die Hülasänger kannten die Geschichte vom »Flaschner«, der »aussieht wie der Osterhas'«, weil er eine »Brille trägt, ohne Glas«. Hans Zeiler war morgens im Stall die Brille aus der Hemdentasche gerutscht. Es folgte ein Arbeitstag mit Brille und Sehstörungen. Er hatte nicht bemerkt, dass die Gläser herausgefallen waren.

Auch war jene Bauherrin dran, die im Rohbau in der Bodenaussparung eines Wäscheabwurfschachtes feststeckte. Versichert, dass ihr nichts Ernstes passiert war, hatte ihr Ehegespons gespottet, was für ein Glück es sei, dass sie so dick sei, sonst hätte es schlimm ausgehen können. Mit dem Fernrohr entdeckten die vier »Wilden Gesellen« (Timo Hölz, Mario Heinzelmann, Andreas Hazotte und Rainer Walter) von ihrem wackligen Seelenverkäufer aus, wie die zwei letzten Zecher eines Festes im Schützenhaus - einer davon Martin Denzler - lieber schlafend das Gebäude bewachten, als es unverschlossen zurückzulassen. Der frühe »Heizdienst« für den sonntäglichen Frühschoppen fand ein unverschlossenes Schützenhaus, nicht aber die beiden Schläfer und verschloss dieses ordnungsgemäß. Als Eingeschlossene wiedererwacht, wollten sich die beiden die Zeit bis zum Eintreffen der Frühschöppler mit einer Zigarette am alarmgesicherten Fenster vertreiben. Wo der Alarm die Vereinsleute zu nachtschlafender Zeit zum Schützenhaus gerufen hatte, begann ihr Frühschoppen sehr viel früher als gewohnt.

Zeitversetzte Hochzeitsreise

Alexandra und Andreas Frank blickten in ihrer »Wagenschau« auf die künftige Steinhilber Wirsinglieferantin, der ihr Ehemann statt einem Dutzend Jungpflänzchen zwölf Steigen mit Setzlingen beschert hatte. Ein gerüttelt Maß an Kraft und Kondition brauchte zudem die neunköpfige Schwungradcrew für die Rocker-Choreografie von Elke Hummel und Doris Wittner.

In ihrem 30. Ehejahr begaben sich Alexandra Schmid und Roland Nölke auf zeitversetzte Hochzeitsreise. Romantik und Liebe längst vergangen, jagte ein gehässiger Kalauer den nächsten, wie: »Ach, es war ein Genuss, sich von den Wellen küssen zu lassen« - »Ja, und weiter draußen brechen sie dann.«

Zahlen-Daten-Fakten zur Fasnet

Verena Knupfer und Diana Ott ermittelten als Praktikantinnen beim Narrenblättle mit Publikumshilfe »repräservative« Zahlen-Daten-Fakten zur Fasnet und streiften, was ihnen am Rande bemerkenswert erschien. So stellten sie fest, dass man seit dem »Schreiben nach Gehör« den Gugelhupf gelegentlich mit zwei »O« geschrieben lese. Wortkarg, aber knitz beantwortete »Gerhard aus'm Nachbarort« Sontheimer die Frage der Praktikantinnen: »Warum bist Du auf dem Steinhilber Bürgerball?« Sontheimer: »Nächstes Jahr wegen Euch.«(GEA)



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