Unternehmertreffen - Austausch mit IHK-Vetretern in Sonnenbühl. Forderung nach forciertem Datenautobahnausbau

Die Firmenchefs sind fast zufrieden

VON JULIE-SABINE GEIGER

SONNENBÜHL. Erst loben, dann fordern, vor allem zwar von den Politikern, die das Große und Ganze gestalten, aber auch von der Standortgemeinde der Unternehmer, die den Rahmen vorgibt. In so einer Gesprächsatmosphäre lässt es sich gut und unkompliziert, sozusagen auf Zuruf, austauschen. So beim von der Industrie- und Handelskammer angezettelten »IHK vor Ort-Termin« am Dienstagabend, bei dem die Emil Schmid Maschinen- und Apparatebau in Willmandingen Gastgeber war. Kurz vor der Bundestagswahl wurde an diesem Abend mehrmals appelliert, zur Wahl zu gehen.

Die Sonnenbühler Unternehmer, vom Mittelständler bis zum Einzelhändler, haben sich schon zum siebten Mal getroffen, sie stellen sich gegenseitig vor, wer sie sind, was sie machen, vernetzen sich, formulieren, was besser werden muss bei der Infrastruktur. Der Breitbandausbau wurde nachdrücklich angemahnt, für den können die Kommunen etwas tun. »Deutschland ist beim Breitbandausbau auf Platz 25 hinter Rumänien und Bulgarien, da verzweifelt man«, kritisierte Stefan Schiller von Schiller Automation in Genkingen mit 160 Mitarbeitern.

Tempo beim Breitbandausbau

»Wir sind da dran«, entgegnete Sonnenbühls Bürgermeister Uwe Morgenstern, der das Lob von IHK-Vertreter Dr. Stefan Engelhard, stets ein offenes Ohr für die Wirtschaft zu haben, an den Sonnenbühler Gemeinderat weitergab. Glasfaserstränge seien bereits in allen vier Ortsteilen verlegt, allerdings sei das Ziel, jedes Haus ans schnelle Internet anzuschließen, noch fern. »Der Förderantrag an das Land ist gestellt«, erklärte Morgenstern. »Wir sind da allerdings nicht die Einzigen.« Mehr Tempo beim Breitbandausbau wünscht sich auch Wolfgang Schmid. Seit 1. April führen er, seine beiden Schwestern und ein weiterer Geschäftsführer das von seinem Vater Emil Schmid vor 57 Jahren gegründete Unternehmen mit inzwischen 370 fest angestellten Arbeitskräften. Als gastgebender Grußwortredner hatte er das Thema Veränderung gewählt. Zur personellen Veränderung an der Spitze des Maschinenbauunternehmens, das derzeit sechs Millionen Euro in die Firmenerweiterung in Willmandingen investiert, ging Wolfgang Schmid auf die Veränderungen der Zeit ein, aus denen die Herausforderungen fürs eigene Haus, das Produktionsanlagen für die Autoindustrie baut, resultieren. »Es wird sich etwas ändern beim Autoantrieb«, sagte Schmid. Ob es schlussendlich der viel diskutierte Elektroantrieb sein werde, sei nicht klar. »Wir kennen die neue Technologie noch nicht«, betonte Schmid, der fest vorhat, die Entwicklung mitzubestimmen. »Wir wollen nicht die Rücklichter des Zuges sehen, der vor uns abfährt. Wir wollen die Lok steuern.«

Forderungen an die Politik

Was die Wirtschaft in der Region Neckar-Alb von den künftig im Bundestag vertretenen Politikern erwartet, hat die IHK-Vollversammlung formuliert. Die Wirtschaftsberaterin Kathrin Völker, der Sonnenbühler Unternehmer Stefan Schiller und IHK-Vertreter Stefan Engelhard informierten über Forderungen wie den Albaufstieg und Ortsumfahrungen, durchgängige Elektrifizierung von Bahnstrecken, den Breitbandausbau, die Ablehnung der Erbschaftssteuer bei der Unternehmensweitergabe, die Sicherstellung der Fachkräfteversorgung und den Bürokratieabbau. Wichtig für die Wirtschaft: »Bei einer Exportquote in der Region Neckar-Alb von fünfzig Prozent kann Protektionismus nicht sein«, betonte Kathrin Völker. (GEA)



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