Astronomie - Ausstellungen mit faszinierenden Fotos und Vorträge im Biosphärenzentrum in Münsingen
Der Sternenhimmel über der Alb
MÜNSINGEN/BAD URACH . »Beim Anblick der Sterne verfalle ich immer ins Träumen«. Das Zitat von Vincent van Gogh (1853-1890) passt trefflich zu den Ausstellungen und Vorträgen, die derzeit im Biosphärenzentrum Schwäbische Alb in Münsingen angeboten werden.
In den wenig besiedelten Regionen des Biosphärengebiets Schwäbische Alb kann man noch einen Sternenhimmel betrachten, wie er in den städtischen Ballungsräumen schon lange nicht mehr sichtbar ist. Vom 5. bis 29. Februar findet im Biosphärenzentrum in Münsingen dazu die Ausstellung »Faszination Astronomie - der Sternenhimmel über der Schwäbischen Alb und der richtige Umgang mit Licht« statt.
Schutzgebiet für die Nacht
Die Ausstellung zeigt beeindruckende Fotos und Filme vom Sternenhimmel über der Alb. Das Projekt »Sternenpark Schwäbische Alb« stellt dabei sein Konzept zur Einrichtung eines international anerkannten »Dark Sky Parks« vor, eines Schutzgebiets der Nacht im Unesco-Biosphärenreservat.
Auf der Alb kann man in einigen Gebieten noch einen annähernd natürlichen Nachthimmel sehen. Tausende Sterne funkeln in einer klaren Sternennacht, das helle Band der Milchstraße zieht sich über den Himmel. Dieser beeindruckende Anblick ist jedoch durch die zunehmende Beleuchtung gefährdet. Ungünstig konzipierte Straßenlaternen, Leuchtwerbung und Gebäudebeleuchtungen erhellen unnötig den Nachthimmel. Dieses als Lichtverschmutzung bezeichnete Streulicht erschwert aber nicht nur die Sternenbeobachtung, sondern hat auch weitreichende Auswirkungen auf Natur, Mensch und Umwelt. Bei der Ausstellung im Biosphärenzentrum im Alten Lager wird auch das ehemals größte transportable Teleskop Europas zu sehen sein.
Wie man die Beleuchtung im Außenbereich gezielter und auch energiesparender einsetzen kann, wird in der zusätzlichen Ausstellung »Ökologische Stadtbeleuchtung« des Naturschutzbundes (Nabu) gezeigt. Nicht zuletzt profitiert davon die Natur, wie zum Beispiel nachtaktive Tiere, die durch ungünstige Beleuchtung beeinträchtigt und in ihrer Lebensweise teils stark gestört werden.
Die Lichtverschmutzung kann als eine bedeutende Form der Umweltverschmutzung mit verhältnismäßig einfachen Maßnahmen reduziert werden, ohne gleich die Lichter auszuschalten. Voll abgeschirmte Außenbeleuchtungen, die das Licht nur dorthin lenken, wo es gebraucht wird, vermeiden Streulicht, warmweiße Lampen ziehen weniger Insekten an. Energiesparende Leuchtmittel reduzieren die Klimaemissionen und die Kosten.
Im Rahmenprogramm der Ausstellungen referieren jeweils um 19 Uhr Experten zu diesem Thema. Am 23. Februar wird der Astronom und Astrophysiker Professor Hanns Ruder von der Universität Tübingen zu Gast sein.
Bereits am 15. Februar spricht Diplom-Ingenieur Sándor Isépy, ein anerkannter Beleuchtungsexperte und Leiter der Abteilung Öffentliche Beleuchtung und Verkehrstechnik der Stadt Augsburg. Der Besuch der Ausstellungen und auch der Vorträge ist kostenlos. Wegen der begrenzten Platzzahl ist zu den Vorträgen eine Anmeldung erwünscht. (eb)
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