Kinderumzug - Trochtelfinger beleben alte Tradition am Fasnetsdienstag mit neuen Laufgruppen

Der Narren-Wurm zieht voraus

VON ANKE LEUSCHKE

TROCHTELFINGEN. »Das wird für uns eine Premiere«, sagt der stellvertretende Narrenmeister Steffen Guhl. »Ich bin gespannt, ob wir unfallfrei die Marktstraße hochkommen.« Der Kinder-Narren-Wurm ist bis jetzt das bestgehütetste Geheimnis des Trochtelfinger Narrenrates in diesem Jahr. Er wird in Zukunft den Kinderumzug am Fasnetdienstag anführen. Nach drei Jahren Pause soll die Tradition wieder mit Leben erfüllt und deutlich aufgewertet werden - mit eigenen bunten Laufgruppen, gemäß der Tradition der alten Städtlemer Fasnet.

Seit den 1970er Jahren gibt es den Kinderumzug am Dienstag - erst in den letzten Jahren war es ruhig um diese Tradition geworden. Ursprünglich galt der Fasnetdienstag als Familientag. Dem wieder mehr Gewicht zu verleihen, liegt den im Juli neu gewählten Narrenräten - alle junge Familienväter - am Herzen. Nach dem Vorbild der bunten Fußgruppen, die bis in die 1970er den Rosenmontagszug prägten, soll der Umzug zur Kinderfasnet fest etabliert werden.

Künftiges Maskottchen

»Der Kinder-Narren-Wurm soll den Umzug anführen«, freut sich Narrenmeister Harry Weihbrecht-Betz. Ein altes Bild in der Chronik brachte die Narrenräte auf die Idee. Er soll das künftige Maskottchen der Städtlemer Kinderfasnet sein. Nehle Betz, Rebecca Drohla und Nora Müller haben den kugelrunden dunkelgrünen Kopf mit viel handwerklichem Geschick und Liebe zum Detail erschaffen. Zeitweise war der Vorrat an Gipsbinden in den Trochtelfinger Apotheken fast aufgebraucht. Über 100 Meter wurden für den gut 80 Zentimeter großen Kopf verbastelt. Sechs Narrenräte werden das gut sechs Meter lange Symbol der Kinderfasnet mit Leben erwecken und den Zug anführen.

Erster Anlaufpunkt für die Werbeaktion der Narrenräte war der Kindergarten St. Martin - mit dem Ziel, eine Fußgruppe ins Leben zu rufen. »Wir wollten nichts vorgeben, sondern nur anschieben«, erzählt Mark Zeiler, verantwortlich für die Straßenfasnet. Die Idee kam an. Die Eltern waren begeistert. Auch die Grundschule hat signalisiert, mitzumachen.

Kunterbunt zum Schluss

Insgesamt sechs Gruppen haben sich aus der Idee entwickelt. Die Kindergartenmuttis haben sich bereit erklärt, die Gruppen zu koordinieren. Je nach Verkleidungsthema gibt es Drachen, Märchen und Geschichte, Superhelden, Wild West sowie Zoo. Wer kein Superheld, Indianer oder Hase ist, kann sich der Gruppe »Kunterbunt« anschließen, die auch den Schluss des Zuges bildet. Alle Kinder sind eingeladen, sich spontan anzuschließen, auch wenn sie noch keiner Gruppe angehören. Mittlerweile ist die Umzugsaufstellung 17 Gruppen lang. Neben den sechs Kinderlaufgruppen beteiligen sich die kleine und die mittlere Garde sowie die Maskengruppen. Auch der Fanfarenzug hat zugesagt. »Was ist ein Umzug ohne Live-Musik«, freuen sich die Organisatoren. Ab 12.46 Uhr treffen sich die Gruppen auf dem Parkplatz vor dem Bräuhaus. Punkt 13.01 Uhr geht es los.

Die Narrenräte hoffen, dass sich auf dem Weg zum Kinderball in der Werdenberghalle noch viele dem Zug anschließen. »Alle Kinder bekommen einen Button mit dem Wurm drauf«, verrät Guhl. »Auch als Ansporn für das nächste Jahr«, ergänzt Zeiler. Der anschließende Kinderball mit dem Prinzenpaar, der Garde, viel Musik, Gaudi und Pommes startet, wenn der Kinderwurm in der Halle ist. (GEA)





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