Turnier - Acht Tanzgarden wetteifern in Trochtelfingen in zwei Kategorien. Fünfstündige Show ohne Längen
Der Funke muss überspringen
VON ANKE LEUSCHKE
TROCHTELFINGEN. Fast athletisch und doch elegant ging es beim 13. Showtanzwettbewerb in der Trochtelfinger Eberhard-von-Werdenberg Halle zu. Einem begeisterten Publikum präsentierten sich die acht Tanzgarden aus Inneringen, Betzingen, Sonnenbühl, Unterhausen, Steinhilben, Großengstingen, Stetten unter Holstein und Ringingen in den Kategorien »Gardemarsch« und »Showtanz«. Nach fast fünf Stunden hochkarätigem Programm blieb es spannend bis zur letzten Minute.
Die Mädels aus Stetten erweckten Figuren aus Madame Tussauds Wachsfiguren-Kabinett zum Leben. FOTO: LEUA
Das Ergebnis war so knapp wie nie und »historisch«, verkündete Narrenmeister Martin Scherer um 0.40 Uhr bei der Siegerehrung, »acht Garden, elf Preise«. Das Feld sei sehr ausgeglichen. »Es war schwierig.« Die Tänzerinnen der Karnevalsgesellschaft MV Unterhausen und die Tanzgarde des Narrenvereins Steinhilben teilten sich punktgleich den Gesamtsieg.
»Wichtig ist, dass der Funke überspringt«, sagte Frank Gaßner, Mitglied der sechsköpfigen Jury, die aus ehemaligen Gardetänzerinnen, Trainern und Tanzlehrern besteht. Akrobatische Einlagen wie Spagat, aber auch die Raumaufteilung und Linienführung werden bewertet - egal was passiert. So war bei einer Betzinger Gardetänzerin der Hut ins Gesicht gerutscht, sie habe aber tapfer durchgetanzt. Auch Haltung bewahren, wenn es mal klemmt, wie bei den Unterhauser Mädels, die lange in Startaufstellung auf ihren Einsatz warten mussten. Choreografie, Synchronität, Ausstrahlung, Akrobatik und Schrittfolgen wurden beim Gardemarsch bewertet. Beim Showtanz kam noch die Kategorie »Idee« für Kostüme und Darstellung hinzu. Zehn Punkte konnten pro Kriterium maximal vergeben werden.
Bewundernswert synchron
Beim Marschwettbewerb bestachen die Gardemädchen von der Ersten Sonnenbühler Karnevalsgesellschaft mit ihrem Marschmedley 2012. Sie demonstrierten Präzision und Leidenschaft und ernteten dafür tosenden Applaus. In schmucken Uniformen und stets lächelnd begeisterten die Mädchen mit schnurgerade getanzten Linien und Akrobatik. Große Synchronität prägte die Darbietungen durchweg. Auf den zweiten Platz kamen punktgleich die Garden aus Großengstingen, Stetten unter Holstein und Ringingen. Den dritten Platz belegten die Betzingerinnen.
Nach der Pflicht folgt bekanntlich die Kür. Was die Zuschauer erwartete, waren acht fantasievoll choreografierte, künstlerisch umgesetzte und abwechslungsreiche Showtänze. Wenn die Wachsfiguren in »Madame Tussaud's anfangen zu leben, dann gibt es Action auf der Bühne: Mit ihrem gekonnt präsentiertes Hit-Medley mit Musicalcharakter belegten die Mädchen aus Stetten Platz eins. Partylärm im Bienenstock boten die Mädels aus Ringingen und landeten auf dem zweiten Platz. Die Sonnenbühler mit einer »schlüpfrigen Angelegenheit« und Großengstingen mit ihrem kunstvollen maritimen Auftritt »alles im Lot im Boot« teilten sich Platz drei. Auch die Gesamtsieger boten Shows der Extraklasse. »Wenn in Jo's Werkstatt die Melodie der Spieluhren erklingt«, dann tanzen die Mädchen wie aufgezogen: Die Steinhilberinnen boten eine fantasiereiche Show, ebenso wie die Unterhauser Garde mit ihrer »Burlesque«-Interpretation. Dass dahinter viel Engagement, Fantasie und Spaß, aber auch harte Arbeit steckt, war nicht zu übersehen. Nach einem Monat Pause heißt es für die meisten wieder: »Nach der Saison ist vor der Saison.« (GEA)
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