Wechselspiel - Sinnliche Texte und vielschichtige Musikstücke über die Einflüsse des Mondes im Upfinger Atelier 16

Der Erdtrabant als Sinnbild des Lebens

ST. JOHANN-UPFINGEN. Mit sinnlichen Texten, gefühlvollen Musikstücken und einer spürbaren Freude am Musizieren überraschten die Mitglieder der »Jazz-Klikke« aus Urach am Samstagabend die Zuhörer im »Atelier 16« in Upfingen.

Mit einem literarisch-musikalischen Abend unter dem Motto »Mondnacht« zeigten die Mitglieder der vor fünfzig Jahren gegründeten damaligen Schulband des Uracher Graf-Eberhard-Gymnasiums ein kunstvolles Arrangement, das ein Wechselspiel zwischen abwechslungsreichen Musikstücken und rezitierter Lyrik bot, die von Annette Koppenborg expressiv und mitreißend vorgetragen wurde.

Mit unerwartet vielschichtigen Darbietungen aus Pop-, Jazz- und Big-Band-Klängen wurden die unterschiedlichen Einflüsse des Mondes beschrieben, die wie im Zwiegespräch durch Gedichte und Märchen begleitet wurden. »Uns ist wichtig, die verschiedenen Facetten des Mondes zu zeigen«, verdeutlichte Annette Koppenborg bereits zu Beginn. »Die Musik begleitet als Nachklang das gesprochene Wort und kann ganzheitlich als Kunstwerk wirken.« Wolfgang Jäger, Mitglied der ersten Stunde der »Jazz-Klikke«, hatte spontan die Inspiration einen Abend rund um das Thema »Mond« zu gestalten, als er das Lied »The moon, the stars and you« von dem schwedischen Jazz-Posaunisten Nils Landgren hörte. Das Stück war natürlich an diesem Abend Teil des Programms und wurde vom Initiator selbst vorgetragen.

Mit Heinz Baumann am Bass, Rolf Stumpp am Klavier, Wolfgang Jäger an der Posaune, Harald Baumann am Schlagzeug und den Gastmusikern Hartmut Schmidt-Wolf an der Gitarre und August Faller am Akkordeon ließen die gestandenen Musiker ihre Leidenschaft zur Musik hören. Mit dem Tango »Luna Rossa« der Gruppe Quadro Nuevo kam Rhythmus und Bewegung ins Spiel, unterstrichen durch Annette Koppenborgs Gedicht über den »Vollmond« der die Sinne verwirrt und den Verstand »zum Tanz auffordert«.

Kontrast bot ein Märchen der Gebrüder Grimm, das eine Welt ohne Mond in völliger Finsternis und Beklemmung beschrieb. Auch das Gedicht »An den Mond« von J. W. Goethe brachte durch tiefe Melancholie die Schwermut zum Ausdruck, die Menschen mit dem Mond manchmal verbinden. »Der Wechsel und Wandel des Mondes steht wie unser Leben für Veränderung und Weiterentwicklung«, versinnbildlichte Sprecherin Roswitha Jäger, die für die Zusammenstellung der Texte und Organisation des Abends gesorgt hatte.

Cat Stevens’ bekanntes Stück »Moonshadow« wurde von August Faller besonders gefühlvoll zum Spiel auf dem Akkordeon gesungen. Damit verstärkte er träumerische Atmosphäre noch. Bei »Hijo de la luna« von Jose Maria Cano entlockte er seinem Akkordeon so sanfte und gefühlvolle Töne, dass es die Zuhörer spürbar ergriff. Als die Musiker schließlich den Mondton »GIS«, eine astronomisch bestimmte Planetenfrequenz, musikalisch interpretierten, war die emotionale Wirkung auf die Zuhörer so stark, dass vielen der Atem stockte. Dieses Gefühl voller positiver Energie nahmen die rund sechzig begeisterten Gäste an diesem Neumondabend gerne mit nach Hause. (mot)



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