Tafelrunde - Bei Alb-Gold in Trochtelfingen erzählen Andreas Hoppe, bekannt als Tatort-Kommissar Kopper, und Jaqueline Roussety über Selbstversuche mit regionaler Kost
Ausnahme: Currywurst
Von Stefanie Häussler
TROCHTELFINGEN. Eine geschmacklose Erdbeere beim Catering habe ihn dazu bewogen, seine Ernährung auf »regional« umzustellen, erzählte Andreas Hoppe bei der »Trochtelfinger Tafelrunde« am Mittwoch beim Nudelhersteller Albgold. Über seinen einjährigen Selbstversuch hat der beliebte Tatort-Kommissar Kopper zusammen mit Schauspielkollegin Jaqueline Roussety das Buch »Allein unter Gurken - mein abenteuerlicher Versuch, mich regional zu ernähren« geschrieben.
Andreas Hoppe, besser bekannt als Tatort-Kommissar Mario Kopper, und Co-Autorin Jaqueline Roussety lesen aus ihrem biografischen Sachbuch.
FOTO: Stefanie Häussler
Zwischen seine Erfahrungsberichte vom Geschmackserlebnis Getreidekaffee, von der Entscheidung zum Kompromiss mit dem Fair-Trade-Produkt oder dem ersten Gehversuch beim Karottenanbau streut Hoppe globale Horrorfakten - wie die der durch Pflanzenschutzmittel ermordeten Bienen.
Viel Fachwissen vorausgesetzt
Im »Jahr der Biodiversität« (Artenvielfalt), das die Vereinten Nationen für 2010 ausgerufen haben, hatte Alb-Gold seine »Trochtelfinger Tafelrunde« unter das Motto »Natürliche Artenvielfalt und regionale Lebensmittel - den inneren Werten auf der Spur« gestellt. Professor Dr. Roman Lenz, Studiendekan der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, führte fachlich fundiert, aber dennoch verständlich durch den Abend. Biodiversität sei die Grundlage für die Vielfalt auf den Tellern, so Lenz. »Slow Food« habe deshalb die »Arche des Geschmacks« ins Leben gerufen. Harsche Worte fand er für Chemiekonzerne. Atommüll strahle Jahrtausende, Genmanipulationen seien gar nicht mehr umkehrbar, war eine Aussage, für die er unter den rund hundert Besuchern erregtes Raunen erntete.
Der Vortrag des selbstständigen Agrarwissenschaftlers Andreas Bauer-Panskus setzte hohes Fachwissen voraus. Als einen der Hauptverantwortlichen für das Artensterben glaubt er in seinem persönlichen Erklärungsversuch die Landwirtschaft ausgemacht zu haben. Auf die Zuhörerkritik darüber konnte er nicht mehr eingehen, da er die Veranstaltung vorzeitig verlassen hatte.
In den Mühlen, in denen der Nudelhersteller seinen importierten Gelbweizen zu Hartweizengrieß mahlen lasse, seien die Albgold-Lieferungen in separaten Bunkern gelagert, um sie gegen die Kontamination mit genmanipuliertem Getreide zu schützen, führten Oliver und André Freidler ganz konkret aus, was das Unternehmen für die Reinheit seiner Produkte unternimmt. »Unser Ziel ist Nullkommanull Prozent Gentechnik« betonte André Freidler.
Drei Sätze konnten die Gäste zum anschließenden Ständerling bei Nudelpfanne und regionalen Getränken mitnehmen: Die Zukunft liegt im Erhalt der Artenvielfalt, in der regionalen und ökologischen Erzeugung der Nahrungsmittel und im Humor im Umgang damit. Schmunzelnd betonte Andreas Hoppe: »Wenn dann mal 'ne Currywurst sein, muss, dann muss sie eben sein.« (GEA)
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