Über die Alb
TIERE - Seit genau einem Jahr haben die Mägerkinger Grundschüler einen Hund als Klassenkameraden

Auch Rudi weiß, wann Pause ist

VON STEFANIE HÄUSSLER

TROCHTELFINGEN-MÄGERKINGEN. »Rudi weiß auch, wann Pause ist«, sagt Carmen Reinauer schmunzelnd. Rudi ist als Erster auf dem Flur, wenn die dritte Klasse in die Bewegungspause darf. Vorsichtig fischt er seinen Softball aus der Spielekiste und los geht's zum Fußball mit den großen Jungs. »Der ist im Fußballwahn«, beschreibt Reinauer, wie sich Rudi verausgabt.

Schulhund Rudi ist für die Mägerkinger Grundschüler ein charmanter Klassenkamerad. FOTO: PR
Schulhund Rudi ist für die Mägerkinger Grundschüler ein charmanter Klassenkamerad. FOTO: PR
Der Schulkamerad geht seit genau einem Jahr in Mägerkingen zur Grundschule. Carmen Reinauer sagt über ihn: »Er ist das 16. Kind in meiner Klasse«. Rudi ist ihr 17 Monate alter Airedale-Terrier »Rudi vom Eberwinbrunnen« und begleitet sie wöchentlich an drei Tagen. Er gehört zu der steigenden Zahl von Schulhunden im Land. »Er schafft eine unwahrscheinlich entspannte Lernatmosphäre in der Klasse«, hat die Klassenlehrerin beobachtet.

»Die Hundepubertät unterscheidet sich gar nicht so sehr von der des Menschen«


Bevor Frauchen und Hund zur Schule gehen, geht's um 5.30 Uhr für 45 Minuten intensiv Gassi. Weil Rudi dann während des Unterrichts meist schläft, ermahnen sich die Kinder gegenseitig, leise zu sein. Schließlich haben sie gelernt, dass der Hund ein sensibleres Gehör hat als ein Mensch und »normale Lautstärke« ihn schmerzt. Und welches liebende Kinderherz wollte dem charmanten Klassenkameraden mit den treuherzig-schelmischen, schwarzen Augen weh tun?

Nicht der Schulhund war Thema beim Welpenkauf, sondern Carmen Reinauers Wunsch aus Kindertagen: »Ich wollte immer einen Hund«, erzählt die Lehrerin. Nach einem Jahr Recherche fühlten sich die 28-Jährige und ihr Lebensgefährte Markus Kattanek im Herbst 2008 »reif für einen Hund«. Familienfreundlich, ausgeglichen und mit wenig Jagdtrieb, unbefangen und nervenstark - damit stand der Airedale-Terrier als »ihr Hund« fest. »Und er haart nicht«, ist den beiden die Hygiene wichtig.

Im November 2008 besuchen sie einen Züchter. Ein Wurf ist gerade fünf Wochen alt - und es ist um Carmen Reinauer geschehen. In den Weihnachtsferien zieht Rudi um. »Im neuen Jahr war das Interesse der Kinder riesig«, deshalb brachte sie ihren Hund einmal mit in die Schule. Weil der erste Tag problemlos verlaufen und das Kollegium ebenfalls begeistert war, entwickelte sich das Projekt »Schulhund«. Es folgten eine Unterrichtseinheit Hund in der Klasse, Einverständniserklärung der Eltern, Erfahrungsaustausch mit anderen Schulen, das Plazet des Schulamts, die tierärztlichen Bescheinigungen. Seine sechswöchige Probezeit hat Rudi bestanden, jetzt ist er in der Hundepubertät. »Die unterscheidet sich gar nicht so viel von der der Menschen«, hat die Lehrerin festgestellt.

Weitergehenden Einsatzmöglichkeiten von Rudi, eventuell auch im therapeutischen Bereich mit den Außenklassenkindern, steht das Lehrerkollegium offen gegenüber. Für alle an der Schule steht fest: »Solange es allen gut geht, darf Rudi bei uns Schulhund sein.« (GEA)


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Auch Rudi weiß, wann Pause ist - Reutlinger General-Anzeiger - Region Reutlingen - Über die Alb

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Auch Rudi weiß, wann Pause ist

VON STEFANIE HÄUSSLER

TROCHTELFINGEN-MÄGERKINGEN. »Rudi weiß auch, wann Pause ist«, sagt Carmen Reinauer schmunzelnd. Rudi ist als Erster auf dem Flur, wenn die dritte Klasse in die Bewegungspause darf. Vorsichtig fischt er seinen Softball aus der Spielekiste und los geht's zum Fußball mit den großen Jungs. »Der ist im Fußballwahn«, beschreibt Reinauer, wie sich Rudi verausgabt.

Schulhund Rudi ist für die Mägerkinger Grundschüler ein charmanter Klassenkamerad. FOTO: PR
Schulhund Rudi ist für die Mägerkinger Grundschüler ein charmanter Klassenkamerad. FOTO: PR
Der Schulkamerad geht seit genau einem Jahr in Mägerkingen zur Grundschule. Carmen Reinauer sagt über ihn: »Er ist das 16. Kind in meiner Klasse«. Rudi ist ihr 17 Monate alter Airedale-Terrier »Rudi vom Eberwinbrunnen« und begleitet sie wöchentlich an drei Tagen. Er gehört zu der steigenden Zahl von Schulhunden im Land. »Er schafft eine unwahrscheinlich entspannte Lernatmosphäre in der Klasse«, hat die Klassenlehrerin beobachtet.

»Die Hundepubertät unterscheidet sich gar nicht so sehr von der des Menschen«


Bevor Frauchen und Hund zur Schule gehen, geht's um 5.30 Uhr für 45 Minuten intensiv Gassi. Weil Rudi dann während des Unterrichts meist schläft, ermahnen sich die Kinder gegenseitig, leise zu sein. Schließlich haben sie gelernt, dass der Hund ein sensibleres Gehör hat als ein Mensch und »normale Lautstärke« ihn schmerzt. Und welches liebende Kinderherz wollte dem charmanten Klassenkameraden mit den treuherzig-schelmischen, schwarzen Augen weh tun?

Nicht der Schulhund war Thema beim Welpenkauf, sondern Carmen Reinauers Wunsch aus Kindertagen: »Ich wollte immer einen Hund«, erzählt die Lehrerin. Nach einem Jahr Recherche fühlten sich die 28-Jährige und ihr Lebensgefährte Markus Kattanek im Herbst 2008 »reif für einen Hund«. Familienfreundlich, ausgeglichen und mit wenig Jagdtrieb, unbefangen und nervenstark - damit stand der Airedale-Terrier als »ihr Hund« fest. »Und er haart nicht«, ist den beiden die Hygiene wichtig.

Im November 2008 besuchen sie einen Züchter. Ein Wurf ist gerade fünf Wochen alt - und es ist um Carmen Reinauer geschehen. In den Weihnachtsferien zieht Rudi um. »Im neuen Jahr war das Interesse der Kinder riesig«, deshalb brachte sie ihren Hund einmal mit in die Schule. Weil der erste Tag problemlos verlaufen und das Kollegium ebenfalls begeistert war, entwickelte sich das Projekt »Schulhund«. Es folgten eine Unterrichtseinheit Hund in der Klasse, Einverständniserklärung der Eltern, Erfahrungsaustausch mit anderen Schulen, das Plazet des Schulamts, die tierärztlichen Bescheinigungen. Seine sechswöchige Probezeit hat Rudi bestanden, jetzt ist er in der Hundepubertät. »Die unterscheidet sich gar nicht so viel von der der Menschen«, hat die Lehrerin festgestellt.

Weitergehenden Einsatzmöglichkeiten von Rudi, eventuell auch im therapeutischen Bereich mit den Außenklassenkindern, steht das Lehrerkollegium offen gegenüber. Für alle an der Schule steht fest: »Solange es allen gut geht, darf Rudi bei uns Schulhund sein.« (GEA)


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