Über die Alb
Schule - In den Weiten Afrikas: Fünftklässler der Münsinger Gustav-Mesmer-Realschule sangen und spielten ein Kindermusical über Freundschaft und Toleranz

Achtzig junge Herdentiere

MÜNSINGEN-AUINGEN. »Tuishi pamoja« ist kein fremdländisches Nationalgericht, dafür Swahili und die Bedeutung für: »Wir wollen gemeinsam leben!« Ein tiefgründiges Kindermusical von Sandra Engelhardt (Text) und Martin Schulte (Musik) trägt diesen klangvollen afrikanischen Titel und lässt Freundschaft darin hochleben.

Selbst angriffslustige Löwen sind im Musical »Tuishi pamoja« zu etwas gut . FOTO: KOZJEK
Selbst angriffslustige Löwen sind im Musical »Tuishi pamoja« zu etwas gut. FOTO: Patricia Kozjek
Gespielt vom »5er Chor« der Gustav-Mesmer-Realschule« unter der Leitung von Juliane Mast, begeisterte das Stück am Donnerstagabend in der Festhalle Auingen rund 250 Zuschauer.

Machen Streifen wirklich doof? Und stimmt es, dass man mit langhalsigen Tieren sowieso nicht vernünftig reden kann? Wichtige Fragen für das Giraffenkind Raffi und das kleine Zebra Zea, die mitten in der Savanne letztlich eine ungewöhnliche Freundschaft auf Lebenszeit eingehen. Über 80 junge »Herdentiere« sprachen und sangen mit großem Können auf der Bühne von Vorurteilen, Klischees, Toleranz und dem Anderssein, um schließlich »alte Muster« aufzulösen und diese freudig stampfend über den Haufen zu werfen. Schöne Kostüme mit passenden Masken machten das Musical mit dem rhythmisch-afrikanischen Groove zum Erlebnis.

Begeisterung und Gänsehaut

Quirlig knuffige Erdmännchen erinnerten daran mal »zur Abwechslung das Hirn einzuschalten«, um zu erkennen, dass man auch den schlimmsten Bedrohungen - in diesem Fall den Löwen - entgegentreten kann, wenn man nur zusammenhält. Die drei witzigen, erdigen Zeitgenossen Tatu, Moja und Mbili vereinen am Ende Zebras und Giraffen, die seit Generationen in ihren Herden streng voneinander getrennt leben.

»Juliane Mast hat ein großes Projekt gemeistert«, lobte Rektor Walter Stärk. Gleich »ein ganzer Sack voll Flöhe« habe monatelang »gesungen, sich geschminkt, geprobt und intensiv auf Theaterarbeit eingelassen«. Man habe die Fünftklässler in die Weiten Afrikas entführt, bis sie allmählich zu Erdmännchen, Zebra, Tiger und Giraffen wurden, schmunzelte er. »Mit Begeisterung haben sie sich darauf eingelassen«, weiß der Schulleiter.

Wenn schon die Geschichte über wahre Freundschaft redlich begeisterte, kam bei der gesungenen Zugabe noch reichlich Gänsehaut hinzu. Gemeinsam mit einem Lehrerteam sangen über 80 Kinder in instrumentaler Begleitung den Welthit »We are the World« und ernteten einen Riesenapplaus dafür. (pk)


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