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Ausstellung - Fotokunst des Gächinger Medienkünstlers Wolf Nkole Helzle in der Münsinger Zehntscheuer

»Ich bin wir«

MÜNSINGEN. »Ich bin wir« ist die neue Ausstellung in der Münsinger Zehntscheuer überschrieben. Von 4. bis 18. Juli werden dort drei Werkgruppen der Porträtfotografie des Gächinger Medienkünstlers Wolf Nkole Helzle zu sehen sein. Zur Vernissage am Sonntag, 4. Juli, um 11 Uhr spricht Clemens Ottnad, Leiter des Kunstvereins Reutlingen.

Zauberwürfel, zweidimensional: In der 360-Grad-Porträtfotografie Wolf Helzles bilden 81 Einzelaufnahmen seiner Modelle ein spannendes Mosaik. FOTO: PR
Zauberwürfel, zweidimensional: In der 360-Grad-Porträtfotografie Wolf Helzles bilden 81 Einzelaufnahmen seiner Modelle ein spannendes Mosaik. FOTO: PR
Vielen Münsingern ist der Künstler durch seine Fotoaktion im Jahr des Stadtjubiläums ein Begriff. Alle 1 244 dabei fotografierten Personen werden in einem der Dachstöcke der Zehntscheuer auf Großleinwand projiziert.

Bereits seit Mitte der Neunziger arbeitet der Medienkünstler Helzle an der Erweiterung eines besonderen Archivs. Ob in Europa, Afrika oder Asien - in einer Kunstausstellung, einer Kirche oder wie 2009 in Münsingen - überall luden ein Stuhl, eine Lampe, ein schwarzer Hintergrund und eine Kamera Besucher und Passanten zu einem kurzen Fototermin.

An die 25 000 Portraits sind es, die sich bislang in Wolf Helzles weltweit angelegtem kommunikativen Medienkunststück gleichberechtigt begegnen - eine gigantische Zahl und dennoch nur ein winziger Bruchteil des großen unüberschaubaren Ganzen. Ein weiterer Dachstock ist ausgewählten Exemplaren der 360-Grad-Porträtfotografie gewidmet, welche Helzle zusammen mit dem Stuttgarter Fotografen Luca Siermann entwickelt hat. Sie teilen dabei die fotografischen Porträts ihrer Modelle in ein Raster auf: Das Modell wird von der Kamera ringsum abgetastet, sodass insgesamt 81 Fotos pro Person entstehen. Die vermeintlich seelenlose Zerstückelung der Abgebildeten ergibt einen höchst spielerischen »Magic Cube« in zwei Dimensionen.

Individuum und Kollektiv

Im dritten Stock wird die titelgebende Arbeit »Ich bin wir« aus dem Jahr 2010 zum ersten Mal einer breiteren Öffentlichkeit gezeigt. Helzle fotografierte Personen in einem speziell dafür angefertigten vier Meter hohen Turm von oben. Die einzelnen Buchstaben des Alphabets werden dabei in einer Matrix von fünf mal sieben Punkten dargestellt, und jeder einzelne Punkt ist eine der fotografierten Personen. Es scheint, als ob der Künstler mit dieser Arbeit seine über zehnjährige Forschung zum Thema »Individuum - Kollektiv« bilanziert: Steht doch beides in diesem Satz nebeneinander: gleichberechtigt in Opposition. (fm)

www.helzle.com

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