Bürgermeisterwahl - Der 40 Jahre alte Florian Bauer verspricht, mehr Schwung ins St. Johanner Rathaus zu bringen

»Bürger sind keine Bittsteller«

VON ULRIKE OELKUCH

ST. JOHANN-WÜRTINGEN. Florian Bauer hat sich Urlaub genommen bis zum Wahltag am 25. Januar, und will die Zeit bis dahin mit Wahlveranstaltungen in allen Ortsteilen, mit Hausbesuchen und dem Verteilen seiner Flyer nutzen, um die St. Johanner davon zu überzeugen, dass er als Nachfolger von Bürgermeister Eberhard Wolf der Richtige sei.

Bürgernähe und Bürgerbeteiligung sind das, was Florian Bauer den St. Johannern im Falle seiner Wahl in jedem Fall verspricht.GEA-FOTO: OELKUCH
Bürgernähe und Bürgerbeteiligung sind das, was Florian Bauer den St. Johannern im Falle seiner Wahl in jedem Fall verspricht.GEA-FOTO: OELKUCH
Im Kommohaus in Würtingen trifft der 40-Jährige gleich auf gut sechzig Interessierte, von denen er jeden mit Handschlag begrüßt. Florian Bauer präsentiert sich ihnen entspannt und locker. Gibt sein Statement ab und beantwortet viele Fragen. Hat aber auch nicht auf alles, was in der Gemeinde im Argen zu liegen scheint, ein schlüssiges Rezept parat. Dass neben seinem Ehemann Dirk Harich auch Florian Bauers in Metzingen lebende Eltern Platz genommen haben, darf man symphatisch finden: so weiß man gleich, wo er seine Wurzeln hat.

Florian Bauer macht den St. Johannern ein dickes Kompliment für ihre schöne Gemeinde, die dem zuvor in Berlin lebenden und zurzeit in Stuttgart als Leiter der PR-Abteilung in der Geschäftsstelle von Baden-Württembergs Liberalen arbeitenden Kandidaten seit vier Jahren ebenfalls zur Heimat geworden ist.

Selbst im Ort zuhause

Sofort legt Bauer aber auch den Finger in die Wunde, indem er auf den anhaltenden Einwohnerschwund – »300 weniger, das ist ein Haufa« – und den damit verbundenen Einnahmenrückgang für die Kommune von 300 000 Euro pro Jahr verweist. Mit einen Grund dafür sieht der gelernte Bankkaufmann im Fehlen von Bauplätzen sowohl für Privatleute als auch ansiedlungs- oder erweiterungswillige Gewerbebetriebe: »Das kann doch nicht sein, dass man die einfach an Münsingen verweist.« Bauers Zuhörer sehen dies genauso und setzen mit ihrem Wissen um ein Unternehmen, das sich mit 30 Arbeitsplätzen im Würtinger Ried ansiedeln wolle, aber bislang kaum Unterstützung von der Gemeinde erfahre, noch eins drauf. Florian Bauer, seit 2014 selbst im Gemeinderat von St. Johann, kann dies nicht nachvollziehen und verspricht für den Fall seiner Wahl Abhilfe: »Ein Bebauungsplan ist kein Gottesgebot, ihn kann man ändern«, sagt er. Und auch, dass sich mit ihm das Tempo deutlich erhöhen würde, mit dem man bislang im St. Johanner Rathaus die Dinge erledige. Was Bauer auch zusagt, ist ein deutliches Mehr an Bürgerbeteiligung und eine regelmäßige Bürgerinfo: dass 2004 die letzte Bürgerversammlung in St. Johann gewesen sein soll, also....

Nächstes Thema: Kinderspielplätze. Die vermissen vor allem die Würtinger, die sich auch wieder eine Gastronomie am Ort wünschten. Während Letztere ein privatwirtschaftliches Interesse voraussetze, sieht Bauer in Sachen Spielplätzen sehr wohl die Gemeinde gefordert, wobei er nichts dagegen hätte, wenn sich – wie im Falle Upfingen – Eltern mit einbrächten. An den Finanzen der Kommune jedenfalls dürften Spielplätze nicht scheitern, ist Florian Bauer überzeugt, wobei er auf diverse Fördertöpfe hierfür verweist.

»Mit den Leuten schwätzen, nicht über sie«. Dies will der Bürgermeister-Kandidat als Rezept dafür einsetzen, dass die Identität der St. Johanner mit ihrem Ort und auch die Kommunikation unter allen sechs Ortsteilen zunehme. Trotz schönem Sitzungssaal im Rathaus dürfe es kein Tabu sein, auch mal wieder außerhalb Würtingens zu tagen, zumindest aber, dass sich die Ortsvorsteher regelmäßig austauschen.

»Bürger sind keine Bittsteller«, kündigte Florian Bauer auch an, dass er die Verwaltung zu einem Dienstleistungszentrum verwandeln und die Mitarbeiter dort neu motivieren möchte. Und zwar ohne von der Knute Gebrauch machen zu müssen, wie er hofft.

Zum Thema Windkraft befragt, bekannte Bauer, zwiegespalten zu sein: Zwar müsse sich auch St. Johann mit der Energiewende befassen, doch halte er eine Nahwärmekopplung bereits vorhandener Biogasanlagen für besser. Wie es der FDP-Mann überhaupt lieber sähe, würde sich Baden-Württemberg statt auf die Erzeugung von Energie auf die Entwicklung dafür notwendiger Technologien verlegen. (GEA)

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