Anschlag auf BVB-Bus

Sergej W. arbeitete auf der Morgenstelle

VON UNSEREN REDAKTEUREN

TÜBINGEN/ROTTENBURG. Der Mann, der am 13. April den Bombenanschlag auf den Mannschaftsbus von Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund verübt haben soll, ist heute in Tübingen festgenommen worden. Was wir über ihn und die Festnahme wissen.

FOTO: Joachim Kreibich
Sie haben ihn. Den 28-jährigen Sergej W., der mit dem Anschlag auf den BVB-Bus auf einen Kursverlust der Aktie gehofft und einen Millionengewinn erzielen wollte. Ihm wird von der Bundesanwaltschaft versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Der Mann ist in Freudenstadt im Schwarzwald zuhause. Seine Freundin wohnt nach Auskunft der Nachbarn in einem 50er-Jahre Haus mit Einliegerwohnung, im Fasanenweg in Rottenburg. Sergej W. soll nur sporadisch vorbeigeschaut haben, so die Nachbarn weiter. Gekannt haben wollen sie ihn nicht: "Wissen Sie, Nachbarschaftspflege war vor 40 Jahren. Jetzt nicht mehr", sagten sie.

Vergangene Nacht sei der Mann allerdings in dem Haus im Fasanenweg gewesen, meldet Bild.de. Als er am Morgen in sein Auto stieg, hätten ihn Beamte in drei zivilen Fahrzeugen verfolgt und ihn schließlich in Tübingen beim Verlassen seines Autos überwältigt und festgenommen.

Der SWR berichtete im Verlauf des Tages, Sergej W. habe im Tübinger Uni-Klinikum gearbeitet. Diese Meldung wurde allerdings kurz darauf dementiert. Jetzt ist klar: W. arbeitete seit etwa zehn Monaten auf der Morgenstelle in Tübingen als Elektriker. Angestellt war er bei MVV Energie Mannheim. Das Unternehmen betreibt das Heizkraftwerk auf der Morgenstelle. "Wir bestätigen, dass der Beschuldigte seit Mitte 2016 als Elektriker in einem Tübinger Heizwerk einer unserer Tochtergesellschaften beschäftigt ist", bestätigte ein Sprecher des Arbeitgebers auf GEA-Anfrage. Außerdem hieß es: "Wir bitten um Verständnis, dass wir in dem laufenden Verfahren öffentlich keine weiteren Angaben machen können. Wir arbeiten selbstverständlich von Anfang an auf das Engste und umfassend mit den zuständigen Behörden zusammen."

30 Minuten nachdem Sergej W, das Haus in Rottenburg verlassen hat, seien die Polizisten laut Bild.de schließlich in das Gebäude eingedrungen. Die Polizei sei mit einem großen Aufgebot vor Ort gewesen, bestätigen Anwohner einem GEA-Redakteur. Um 9 Uhr sei der ganze Spuk dann aber schon wieder vorbei gewesen.

Während das Polizeipräsidium Reutlingen laut Pressesprecherin Andrea Kopp über den Einsatz Bescheid wusste, wurde Rottenburg überrascht. "Auch unser Polizeirevier war nicht informiert“, erklärte Thomas Weigel, Erster Bürgermeister der Stadt. Er zeigte sich aber vor allem erleichtert darüber, dass es sich nach derzeitigem Kenntnisstand "nur" um eine gewöhnliche kriminelle Tat aus Geldgier ohne terroristischen oder islamistischen Hintergrund handelt. (GEA)

BVB-Anschlag: Polizeieinsatz in Rottenburg



 
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