Jubiläum - Mit einem Festgottesdienst feiert der Posaunenchor Mähringen und Immenhausen sein 50-jähriges Bestehen

Viele Jungbläser sichern die Zukunft

VON RAPHAELA WEBER

KUSTERDINGEN-MÄHRINGEN/ IMMENHAUSEN. »Früher war das so, dass man einfach zur Probe kam, eine Trompete schnappte und schaute, was der Nachbar griff. Und dann legte man selber los«, erinnert sich Eberhard Braun an seinen Einstieg beim Posaunenchor Mähringen und Immenhausen vor 44 Jahren. Das hat sich geändert.

Foto: Katrin Schäfer
Foto: Katrin Schäfer
Heute ist der 23-jährige Christof Binder für die Ausbildung der Jungbläserinnen und -bläser zuständig. Regelmäßig bekommen sie von ihm Musikunterricht, der gut ankommt. Immerhin sind unter den rund 20 Mitgliedern neun Spielerinnen und Spieler, die unter 22 Jahre alt sind. Der Posaunenchor muss sich um seinen Weiterbestand also nicht sorgen. »Wir haben vom Alter her gerade einen guten Querschnitt«, bestätigt das Bernd Kemmler, der mit 14 Jahren zu dem Chor kam und seit 35 zum musikalischen Gelingen beiträgt.Im Februar 1967, vor 50 Jahren, wurde der Posaunenchor mit einem kleinen Festakt offiziell gegründet. »Pfarrer Gauß und Bezirksposaunenwart Hugo Vollmer hielten Ansprachen«, weiß Karl-Heinz Mann noch, der ein Spieler der ersten Stunde war und mit seinen 72 Jahren das älteste Mitglied im Posaunenchor ist. Dessen Gründung konnte auch deshalb umgesetzt werden, weil 1966 das Gemeindehaus gebaut wurde und es damit endlich einen Raum für die Proben gab. »Damit wir das Spielen schneller lernten, haben wir anfangs zusätzliche Übungsstunden gemacht. Wir haben mit einfachsten Liedern angefangen und das gesteigert, um später in der Öffentlichkeit oder in der Kirche auftreten zu können.«

Gesucht wird ein Dirigent

Noten anschaffen oder Ausgaben für anderes: Um etwas in die Kasse zu bekommen, sammelten die Mitglieder des Posaunenchors auch schon Alteisen, wie sich Mann erinnert. Einmal in der Woche wird geprobt, eineinhalb Stunden lang. »Wir suchen gerade einen Dirigenten und würden uns freuen, wenn sich jemand bei den Kirchengemeinden meldet«, so Chorleiter Eberhard Braun. Der Zusammenhalt im Posaunenchor sei gut. Das Verhältnis zu den Jungbläsern wird besonders gepflegt. Schon mehrfach wurden diese mit ihren Eltern zu einem Grillfest eingeladen.Zu 95 Prozent spielt der Posaunenchor Mähringen und Immenhausen Kirchenmusik. »Die neuen Notenhefte enthalten aber auch moderne Stücke, zum Beispiel Filmmusik«, so Heinz Riehle, der seit etwa 40 Jahren dabei ist. »Das liegt im Trend«, fügt Binder hinzu. »Diese Stücke werden auch in der Kirche als Vorspiel aufgeführt.« Etwa einmal im Monat umrahmen die Musiker einen Gottesdienst, sie spielen zudem an Feiertagen, wie Weihnachten und Ostern. Auch bei der Kirche im Grünen im Ehrenbachtal sind die Bläser zu hören. Zweimal im Jahr tourt das Ensemble durch die Tübinger Kliniken und Altenheime und ist dabei etwa zwei Stunden unterwegs. »Bei den Patienten und alten Leuten kommt unser Spielen gut an. Sie freuen sich immer, wenn wir vorbeikommen und für Abwechslung sorgen.« Wer 80 Jahre alt wird, bekommt ein Geburtstagsständchen, dann wieder zum 81., 83., 85. und so weiter. Wird ein Chormitglied beerdigt, begleiten die Bläser die Trauerfeier.

19 000 Bläser beim Posaunentag

Die Musiker kommen aus Immenhausen, Mähringen, Stockach und Ohmenhausen. Beachtenswert ist, wie lange einige von ihnen dem Posaunenchor die Treue gehalten haben, teils über Jahrzehnte hinweg. Ein Zeichen für eine gute Atmosphäre. Vier Bläser erlebten im vergangenen Jahr ein besonderes Highlight, von dem sie noch heute schwärmen. Sie besuchten zusammen den Deutschen Posaunentag in Dresden, wo sich 19 000 Spieler trafen. Am Schluss kamen alle zu einer Aufführung im Fußballstadion von Dynamo Dresden. »Das war einfach gewaltig und neben dem Abendkonzert an der Elbe ein Erlebnis, das man nicht vergisst«, sind sich Kemmler, Binder und Mann einig. Ein fester Termin im Kalender der Bläserinnen und Bläser ist der Landesposaunentag in Ulm, der alle zwei Jahre stattfindet. Ein Programmpunkt sieht vor, dass alle Posaunenchöre aus Baden-Württemberg zusammen auf dem Münsterplatz spielen, das sind 8 000 bis 10 000 Spieler. »Der Sound ist gigantisch. Da würde man gerne auch bloß zuhören. Dieses Gefühl kann man nicht beschreiben, das muss man erleben«, so Binder. Am Sonntag beim Festgottesdienst haben die Musiker ihren nächsten Auftritt. (GEA)

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