Tübingen
Mobilität - Fünfzehn Interessenten müssten es sein

Teil-Autos für Gomaringen

GOMARINGEN. Er will gar nichts schönreden. »Manchmal«, gesteht Richard Martini, »blitzt das Interesse an einem eigenen Auto auf.« Wenn er dann aber darüber nachdenkt, kommt er immer zum gleichen Ergebnis: Eigentlich braucht er kein Auto. Jedenfalls keines, das immer vor der Tür steht. Dafür eines, das da ist, wenn er es braucht, aber keinerlei Verpflichtungen mit sich bringt. Ein Teil-Auto eben.

Seit sieben Jahren wohnt Richard Martini in Gomaringen. Sein Arbeitsplatz ist in Reutlingen, das geht mit dem Bus. Weil er aber einmal in der Woche abends von Reutlingen aus zum Singen ins Sudhaus nach Tübingen muss, ist er seit vier Jahren Teil-Auto-Nutzer. Mittlerweile ist der 44-Jährige, der im Vorstand von Ökostadt Reutlingen ist, vom Konzept des Bedarfs-Mobils so überzeugt, dass er nun ausloten will, ob sich dieses auch in Gomaringen umsetzen ließe. Dazu ist am Freitag, 7. Mai, ein Informationsabend im Gasthaus Bahnhof.

Die Messlatte scheint überwindbar. Fünfzehn Mitglieder müssten es sein, damit Gomaringen ein weiterer Standort neben Reutlingen mit Pfullingen und Eningen sowie Tübingen und Rottenburg werden könnte. Insgesamt stehen hier 79 Teilautos zur Verfügung, vom Kleinwagen wie einem Fiat 500 Cabrio bis zum Transporter.

Kosten halbiert

»Wenn man das Besitzenwollen ablegt, ist das Teil-Auto unschlagbar, vor allem als Zweit- und Drittwagen«, sagt Martini. Seine Mobilitätskosten betragen im Monat statt 300 Euro mit Auto nur noch 150 Euro mit einem Teil-Auto - Fahrradreparaturen inklusive.

An seinem Sing-Abend fährt er von Reutlingen zum Sudhaus, abends heim nach Gomaringen und am nächsten Morgen wieder nach Reutlingen. Das kostet ihn 25 Euro. Auf den ersten Blick scheint das viel zu sein. Allerdings darf nicht nur die Fahrt gesehen werden. Richard Martini hat weder Anschaffungskosten noch Wertverlust, zahlt weder Steuern noch Versicherung noch Werkstattkosten. »Es ist unglaublich erleichternd, dass ich mich um nichts kümmern muss. Ich erlebe eine spürbare Entlastung von Dingen, die ich nicht so gern mache.«

Ein halbes Jahr hat es gedauert, bis er sich an den Umgang mit dem Teil-Auto gewöhnt hat. »Man muss sich eben überlegen, wann und wie lange man ein Auto braucht.« Jetzt will er andere davon überzeugen, dass sich diese Überlegungen lohnen. (pp)


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