Ausstellung - Mössinger Aquarien- und Terrarienfreunde geben einmalige Einblicke in exotische Unterwasserwelten

Südseezauber im Steinlachtal

VON JÜRGEN MEYER

MÖSSINGEN. »Die bewegen sich ja gar nicht!« Ungläubig-enttäuscht starren Kinderaugen auf die bunt gefleckten Echsen, die regungslos im fahlen Licht des Terrariums mit der Aufschrift »Reptilia sandus stoffi« verharren. »Das sind die pflegeleichtesten Tiere. Sie fressen nix und machen auch keinen Dreck«, muss Peter Erken immer wieder über seinen Gag mit den Stofftieren schmunzeln.

Blick in eine andere Welt: Hunderte von Fischen aus allen Weltmeeren und großen Flüssen, Reptilien und Insekten bevölkerten das Nehrener Gässle. GEA-FOTO: MEYER
Blick in eine andere Welt: Hunderte von Fischen aus allen Weltmeeren und großen Flüssen, Reptilien und Insekten bevölkerten das Nehrener Gässle. FOTO: Jürgen Meyer
Spaß muss sein bei den Mössinger Aquarien- und Terrarienfreunden. Nach tausend harten Arbeitsstunden im Vorfeld und drei kräftezehrenden Tagen während der Schau endete am gestrigen Sonntagabend die große jährliche Unterwasserwelten-Ausstellung des Vereins.

Kaninchen und Geflügel rückten über das verlängerte Wochenende im Kleintierzüchterheim mal wieder zusammen und machten Platz für den Verwandtenbesuch aus Übersee. Dass es erneut viele Hundert Besucher waren, stört die Gastgeber nicht. Insbesondere die Wasserbewohner sind wohlgelittene Gäste, weil sie sich wie die Reptilien und Insekten nahezu geräuschlos verhalten.

Durch den illustren Besuch kam die Große Kreisstadt zumindest auf Zeit in den Genuss eines Tierparks und einer weiteren Touristenattraktion, die Leute in Scharen anlockt. Als die Radio-Nachrichten ab Samstag meldeten, dass alle Parkplätze im Bereich der Wilhelma belegt seien, war damit vermutlich das Nehrener Gässle gemeint.

Ein Gang durch die liebevoll hergerichtete Tierschau mutet wie eine kompakte Weltreise in die entlegensten Warm-Gebiete unseres Planeten an. Wann kommt man schon mal auf die Inseln Nosy Bé oder Sainte-Marie, wo der Phanterchamäleon beheimatet ist? Mit wenigen Schritten ließen sich Wüsten-, Dschungel- und Meeresbewohner aus allen Teilen der Erde gefahrlos betrachten: hier eine echte, züngelnde Boa aus Südamerika hinter dickem Schutzglas, dort – passend zu Halloween – die Gespensterschrecken aus Thailand.

Kaum ein Durchkommen gab’s im Bereich der Nachzuchtenbörse. Da Freitag bekanntlich Fischtag ist, herrschte vor den Aquarien mit den Süßwasserfischen und -krebsen ein Riesenandrang. Für Jürgen Müller keine Überraschung: »Im Gegensatz zum Zoohandel, der Massenzüchtungen aus chemiegefüllten Freilandbecken in Asien bezieht, gibt’s bei uns sorgfältig aufgezogene Nachzucht aus dem heimischen Aquarium. Die leben stressfreier und länger.« Nicht von ungefähr wird der Mössinger Verein für seine artgerechte Haltung und den Einsatz und den Erhalt des Artenschutzes vielfach gelobt und dessen Mitglieder ständig um Rat gebeten. (GEA)


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Bunte Unterwasserwelt

Aquarien- und Terrarien-Ausstellung Mössingen

Aquarien- und Terrarien-Ausstellung Mössingen
FOTO: Jürgen Meyer
 
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