Bildung - Mit dem neuen Studiengang Holzwirtschaft bietet die Hochschule Rottenburg ungewöhnliche Perspektiven

Studiengang Holzwirtschaft: Wie Zukunft gebaut wird

Von Ingeborg Kunze

ROTTENBURG. Holzköpfe gibt’s genug. Holzhäuser noch viel zu wenig. Das und vieles andere soll anders werden, wenn eine neue Generation mit dem Bachelor-Abschluss im Studiengang Holzwirtschaft in der Wirtschaft ein Stück Zukunft in die Hand nimmt. Mit einem Material, dessen außerordentliche Vielseitigkeit Professor Bertil Burian auf den Punkt bringt: Faszination Holz!

Faszination Holz: Professor Bertil Burian, links, Magdalena Nafz, Daniel Fothke. FOTO: KUNZE
Faszination Holz: Professor Bertil Burian, links, Magdalena Nafz, Daniel Fothke. FOTO: Ingeborg Kunze
So hat er es aktuell in die Welt gesetzt und bürokratische Hürden genommen mit einem Riesen-Poster im Rottenburger Industriegebiet – dort geht die Durchgangsstraße zwischen Autobahn und Hechingen vorbei am Schadenweilerhof, wo die Hochschule für Forstwirtschaft mit demnächst tausend Studenten sitzt und Auszeichnungen sammelt.

Hier wird Zukunft gebaut. Direkt in die Praxis hinein. Holzwirtschaft ist so ein Thema, aktuell stark gepowert, weil jetzt die Anmeldung für den Einstieg ins nächste Semester läuft: Holzwirtschaft. Mit ungeahnten Berufsperspektiven. Auch solchen, die noch keiner kennt, weil die Ideen dazu hier erst noch geboren werden.

»Die Verwendung von Holz entwickelt sich zum Megatrend«
 

Auf Initiative regionaler Unternehmen der Holzindustrie ist der Studiengang entstanden, der sich mit der effizienten Nutzung von Holz beschäftigt. Holz, der Roh- und Werkstoff, mit dem außerordentlich viel zu machen ist. Aus dem selbst Hochhäuser gebaut sind, das Aufsehen erregende Expo-Dach in Hannover, Möbel.

»Die Verwendung von Holz entwickelt sich zum Megatrend«, sagt Bertil Burian, der den Studiengang Holzwirtschaft leitet. Weil der Gesellschaft ganz aktuell stärker denn je bewusst ist, dass Holz »wie kein anderes Material den Anspruch auf nachhaltiges, ökologisches, gesundes Leben und Wohnen vereint«.

Ist der Bachelor-Abschluss an der Forsthochschule geschafft, sind Ideen und Weiterentwicklung in der weltweiten Praxis keine Grenzen gesetzt, freuen sich Magdalena Nafz und Daniel Fothke, die sich aus unterschiedlichsten Gründen für Holzwirtschaft entschieden haben: Sie stammt aus einer Zimmerer-Familie aus dem Umkreis von Horb, er stammt aus dem Saarland, ist im vierten Semester, begeistert sich seit der Schulzeit für Holz, will mehr darüber wissen.

Mit der effizienten Nutzung des Rohstoffs Holz beschäftigt sich die Fachhochschule Rottenburg seit 2011 im Studiengang Holzwirtschaft, der auf Initiative regionaler Unternehmen der Holzindustrie entstanden ist. Vordenker waren als Mitglieder des Hochschulrates Johannes Schwörer und Dr. Josef Rettenmeier. Um innovative Holzverwendungen geht es in dem Studiengang, um Materialentwicklung und Fertigungs-Technologien, Holzbau und Betriebswirtschaft.

Die Vielseitigkeit macht das Fach attraktiv. Die gesamte Prozesskette vom lebenden Baum bis zum fertigen Passivhaus. Das bedeutet: Herausforderung. Bis zu Berufen in der Säge-, Holzwerkstoff-, Zellstoff- und Papierindustrie und in Unternehmen, die Häuser herstellen.

Für Magdalena war die Kombination von praxisorientiertem Lernen und dem Erwerb von Zusatzqualifikationen wichtig: Sprachen, der Schreiner-Tischler-Zimmermanns-Maschinenkurs.

Daniel – begeistert auch vom familiären Umfeld am Campus in Rottenburg: »Die Professoren kennen einem hier beim Namen« – sagt sehr überzeugt: »Holz hat als Roh- und Werkstoff eine große Zukunft.«

»Holz hat als Roh- und Werkstoff eine große Zukunft«
 

Die klassische Verwendung von Holz in seiner bisherigen Bandbreite wird so weitergehen. Das interessanteste Thema, das große Entwicklungspotenzial, sieht Professor Bertil Burian gerade in der Kombination von Holz mit anderen Materialien, etwa Kunststoffen. Das hat sich auch im bisherigen Studium bestätigt.

Solches Wissen eröffnet Chancen. Als Fach- und Führungskräfte, etwa in Einkauf oder Vertrieb, verlassen die Absolventen die Hochschule. Auf ihren künftigen Tätigkeitsfeldern tummeln sie sich mit praxisnahen Aufgaben schon während des Studiums, auch bei Projektarbeiten mit Unternehmen, bei Exkursionen im Praxissemester.

Nach dreieinhalb Jahren also beginnt die Zukunft: Mit einer Bachelorarbeit zu aktuellen Fragen aus Unternehmen. Burian: »Aufgrund der praxisorientierten, sehr breiten Ausbildung sind die Berufsaussichten für die Absolventen hervorragend.« (GEA)

Studium Holzwirtschaft


Dauer: sieben Semester inklusive Praxissemester. Schwerpunkte: Betriebswirtschaft, Holzbau, Materialentwicklung, Fertigungs-Technologie. 35 Studierende pro Semester. Start: Wintersemester. Bewerbungsschluss: 25. Juli.

0 74 72/95 12 23

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