Tübingen
Energie - Ortschaftsrat zeigt sich zuversichtlich. Vorteile für Verbraucher und Landwirte erwartet

Stockach macht auf Bio

GOMARINGEN-STOCKACH. Das Interesse war groß. Und nach Mitstreitern muss nicht erst mühsam gefahndet werden. »Wenn ihr das macht, bin ich dabei«, hat Wolfgang Braun in jüngerer Zeit mehrfach gehört, wenn von den Plänen für ein Bioenergie-Dorf die Rede war. Das stimmt auch den Ortsvorsteher und die Ortschaftsräte zuversichtlich. Sie beschlossen am Donnerstag einstimmig, das Projekt in Angriff zu nehmen. Gut zwei Dutzend Zuhörer verfolgten die Sitzung.

Ein Ort versorgt sich selbst mit Wärme und Strom: Dieser Gedanke hat auch schon Schlatt und Pfalzgrafenweiler überzeugt, die bereits einen Schritt weiter sind und die förmliche Genehmigung beantragt haben. Stockach will's jetzt ebenfalls versuchen, und Bauamtsleiter Lothar Walker macht den Bürgern Mut: Es handle sich keineswegs um Luftschlösser, ließ der Planer im Rathaus wissen.

Ohne Zwang

Braun versichert: »Einen Anschluss-zwang wird es nicht geben.« In letzter Konsequenz treffen die Bürger selbst die Entscheidung, indem sie Bereitschaft zeigen und mitmachen.

Die Vorteile liegen nach Auffassung von Braun und Walker auf der Hand: Man schützt die Umwelt, die Bauern erhalten eine Perspektive, der Platzbedarf ist gering, der Wartungsaufwand niedrig - und künftige Verschärfungen der Vorschriften auf dem Energiesektor fallen nicht mehr ins Gewicht.

Georg Arentz und Norbert Betz von der Fair-Energie Reutlingen rechneten vor, dass sich die Stockacher wegen des Leistungsvermögens von Blockheizkraftwerk und Holzhackschnitzel-Heizwerk keine Sorgen zu machen brauchen. Die rund 120 Gebäude im Ort seien problemlos zu versorgen. Das Netz habe eine Lebensdauer von 40 bis 50 Jahren oder mehr. Wegen der Gas- oder Heizöl-Preise müsse sich niemand mehr Gedanken machen.

Das Verfahren sieht zunächst eine weitere Infoveranstaltung für die Bürger vor, außerdem werden die Landwirte angefragt, die die Wärme liefern sollen. Danach wird eine Grobkonzeption vorgestellt. Erst nach einer weiteren Versammlung werden die Vorverträge mit den Kunden abgeschlossen.

Christa Stöhr hat Bedenken, ob man alles wie erhofft in drei Jahren über die Bühne kriegt. In der Regel, so die Ortschaftsrätin, laufe nie alles optimal. Die Berater von der Fair-Energie sind optimistischer. »Stockach hat man doch in absehbarer Zeit abgeklopft.« (-jk)


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