Wettkampf - Deutsche Dirtbike-Szene begeistert Publikum in Belsen mit waghalsigen Sprüngen. Der 19-jährige Erik Fedko aus dem Sauerland gewann zum dritten Mal in Folge

Spektakuläre Luftakrobatik beim Dirtjump-Contest

VON JÜRGEN MEYER

MÖSSINGEN. »Früher ist man mit dem Fahrrad in eine steile Baugrube gefahren - dann war der Lenker gebrochen«, erinnert sich TV Belsen-Vorstandsmitglied Joachim Behrens. Vierzig Jahre später kann er fast nicht hinschauen, wenn meterhoch über ihm in der Dirtpark-Anlage die BMX-Räder und Mountainbikes durch die Luft fliegen. Am Samstag war Deutschlands Dirtbike-Szene mal wieder zu Gast im Stadion.

Waghalsige Jungs auf ihren fliegenden Rädern: Am Samstag fand in Belsen der sechste Dirtjump-Contest statt.
Waghalsige Jungs auf ihren fliegenden Rädern: Am Samstag fand in Belsen der sechste Dirtjump-Contest statt. FOTO: Jürgen Meyer
Der sechste Dirtjump-Contest lockte 20 junge Profifahrer aus Deutschland und der Schweiz an. Weitere 20 Amateure standen ebenfalls im Startfeld. Sie alle waren gekommen, um mit spektakulären Sprüngen und Tricks Punkte zu sammeln und sich von fachkundigen Fans bejubeln und feiern zu lassen.

Extremsport zu Hip-Hop-Musik

Eine große Zuschauer-Kulisse, fast ausschließlich junge Erwachsene, verfolgte die Läufe. Ohne Pause gingen die Trainingssprünge in die Qualifikationen und schließlich in die Endläufe über. Zur Krönung des Tages erwartete die Besucher eine »Best Trick«- und eine »High Jump«-Vorführung - waghalsige Sprünge, die die Teilnehmer nicht mehr in ihre Kür packen konnten.

Dieser Extremsport, bei dem kaum ein Teilnehmer über 21 Jahre alt und grundsätzlich männlich ist, ist eine Welt für sich. Und es wird die Sprache junger Erwachsener gesprochen. Aus den Boxen dröhnt Hip-Hop oder Hardrock. Auf einem Podest am Rande der Line (Strecke) sitzen die Judges (Jury) und verfolgen die Jumps (Sprünge) über die verschiedenen Erdhügel. Die heißen natürlich nicht Schanzen, sondern Table und Double. Bei den Sprüngen geht es darum, Tricks im freien Flug auszuführen: Wenn das Rad quer durch die Höhe schießt, spricht man vom Motowhip. Werden beide Hände vom Lenker genommen, ist das ein Tuck Nohander. Es gibt viele Tricks, je ausgeklügelter, je perfekter - umso besser.

Rundkurs für den Nachwuchs

Hinter der Anlage war schon am Vortag ein kleines Zeltdorf entstanden. Zwar können einige wenige von dem Sport leben - es gibt immerhin Preisgelder in Höhe von 500 Euro - aber die meisten Rider schaffen es in dem kurzen Zeitfenster nicht zur großen Karriere. Immerhin vergaßen viele der im benachbarten Ernwiesenstadion kickenden E- und F-Jugend-Spieler ihren Einsatz, weil sie mit großen Augen die Sprünge verfolgten. Die Dirtbike-Abteilung des TV Belsen hatte extra einen kleinen mobilen Pumptrack-Rundkurs aufgebaut, um dem Nachwuchs Lust auf mehr zu machen.

Den Contest zum dritten Mal in Folge gewann Erik Fedko. Kein Wunder: Der 19-Jährige aus dem Sauerland war 2016 bester europäischer Nachwuchsfahrer (FMB Amateur Cup-Sieger); nur einen Punkt Unterschied gab es zum Zweitplatzierten Jacob Sohler aus der Bodenseeregion. Einer der besten deutschen Dirtbiker, Lukas Schäfer aus dem Hintertaunus, »trickste« sich auf Platz drei. (GEA)

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