Uni - Älteste Kunstwerke der Menschheit sollen im Tübinger Schloss angemessen präsentiert werden
Schönerer »Stall« für Eiszeit-Zoo
Von Joachim Kreibich
TÜBINGEN. Besucher der Sammlungen im Tübinger Schloss haben es in diesen Tagen schon bemerkt: Die Vorarbeiten für eine bessere Präsentation der Eiszeit-Figuren sind im Gange. Die Räume mit den Funden der Kelten und den Relikten der Pfahlbauten sind derzeit nicht zugänglich.
Die Vorbereitungen haben begonnen: Kelten und Fundstücke aus der Pfahlbau-Ära rücken zusammen und erlauben damit eine Neugestaltung.
FOTO: Uschi Pacher
Mitarbeiter Frank Duerr bestätigt: »Wir messen und wiegen die Objekte.« Die Bestandsaufnahme ist nötig, weil sich in diesem Teil des Museums einiges verändern soll.
Um den Platz für eine angemessene Unterbringung des »Eiszeit-Zoos« zu erhalten, wird umgeschichtet. Das Finanzministerium hat Mittel in sechsstelliger Höhe bereitgestellt. In den nächsten Monaten wird der Umbau vorbereitet. Anfang Mai nächsten Jahres, so das Ziel, sollen die weltweit einzigartigen Stücke Besuchern in neuer Umgebung gezeigt werden.
Weltkultur-Erbe?
Vorgesehen sind 16 Vitrinen, kreisrund angeordnet, sodass jeder Fund aus Mammut-Elfenbein zur Geltung kommt. Museums-Mitarbeiterin Sigrid Schumacher freut sich, dass die bisher sehr nüchterne Zurschaustellung bald der Vergangenheit angehört, und wählt einen schlagenden Vergleich: »Ein Diamant-Collier präsentiert man ja auch nicht auf einer Plastik-Tüte.«
Wildpferdchen, Wisent und Löwe (alle mehr als 30 000 Jahre alt) beziehen auf jeden Fall ihren neuen Stall. Was mit dem kleinen Mammut geschieht und der Venus von der Alb, die sich in Tübingen im Tresor befinden, muss noch geklärt werden. Klar ist, dass auch andere die neu dazugekommenen Welt-Sensationen gerne ausstellen würden. Ausgräber Nicholas Conard hält es für längst überfällig, dass die Höhlen auf der Alb und die Funde zum Unesco-Weltkultur-Erbe erklärt werden. Dann könnte in der Nähe der Fundstätten ein Museum entstehen, das die ältesten Kunstwerke der Menschheit beherbergt - und auch die ebenfalls dort gefundenen Flöten.
Im Schloss ist man sehr angetan von den anstehenden Veränderungen. Duerr und Schumacher betonen, dass auch Audio-Guides und zweisprachige Beschriftungen zur Tübinger Museums-Ausstattung gehören werden. Nach dem Eintreten erfährt der Besucher zunächst Wissenswertes über Uni, Stadt sowie Sammlungen und Grabungen, dann darf er die Sensations-Funde in Augenschein nehmen. (GEA)
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