Ausstellung - Etwa tausend Besucher. Vier Tage lang Fische, Echsen und Schlangen zu Gast im Kleintierzuchtheim

Schau der Aquarien- und Terrarienfreunde Mössingen

Von Jürgen Meyer

MÖSSINGEN. Der Buntbarsch liebt die Tropen: Brasilien, Malawi, Sri Lanka. Dass er nun auch in jährlichen Abständen kurz in Mössingen auftaucht, hat weniger mit dem Klimawechsel zu tun - wenngleich diese Fischart mittlerweile sogar in baden-württembergischen Gewässern entdeckt wurde - sondern ist den Aquarien- und Terrarienfreunden zu verdanken.

In rund 40 Glasbecken konnten Besucher bei der viertägigen Schau der Aquarien- und Terrarienfreunde im Mössinger Kleintierzüchterheim allerhand exotische Tiere aus der Nähe beobachten. Die kleine Tamara hat sich hier die Giraffenbuntfische angeschaut.  GEA-FOTO: MEYER
In rund 40 Glasbecken konnten Besucher bei der viertägigen Schau der Aquarien- und Terrarienfreunde im Mössinger Kleintierzüchterheim allerhand exotische Tiere aus der Nähe beobachten. Die kleine Tamara hat sich hier die Giraffenbuntfische angeschaut. FOTO: Jürgen Meyer
Allein 900 bekannte und schätzungsweise 400 unbekannte Buntbarscharten leben in den ostafrikanischen Seen, bilden damit die drittartenreichste Fischfamilie der Welt - und die beliebteste Aquarienfischart. Trotz der Unsitte des Buntbarsches, sich gerne an dem im Aquarium gepflegten Pflanzen zu vergreifen.

Geschichten und Hintergrundinformationen wie diese gibt es immer auf der Herbstausstellung des Mössinger Vereins zu hören. Vier Tage lang hatten sich die Aquarienfreunde mit ihren Bassins im Kleintierzüchterheim am »Nehrener Gässle« einquartiert. Rund tausend Besucher nahmen die vierzig »Schaukästen« ins Visier, in denen vor allem Fische, Korallen aber auch Echsen und Schlangen zu bestaunen waren.

800 Arbeitsstunden investiert

Stefan Kleinert, Vorsitzender des hundert Mitglieder zählenden Vereins, hatte mit mehr Gästen gerechnet. Doch die Rückkehr des Sommers am Samstag kurz nach dem Wintereinbruch nutzen die Leute dann doch lieber für Aktivitäten im Freien. Ob der Verein auch im nächsten Jahr wieder den gewaltigen Aufwand von 800 Arbeitsstunden aufbringen kann, bleibt offen. Kleinert: »Wir haben etwas Probleme, jedes Jahr die Artenvielfalt aufzustocken. Zumal einige unser Terrarien-Freunde aufgehört haben.«

Getroffen hat den Verein überdies eine neue Vorschrift des Landratsamts Tübingen. So war es den Mitgliedern erstmals in ihrer 26-jährigen Vereinsgeschichte untersagt worden, Tiere »zum Zwecke des Streichelns« aus ihren Terrarien zu nehmen. Kinder, die wie noch in den Vorjahren Geckos, Frösche und andere völlig ungefährliche Reptilien in die Hand nehmen und ein bisschen kuscheln wollten, wurden enttäuscht.

Kleinert kann sich nicht erklären, warum es zu dieser Auflage gekommen ist. Dass der Verein seinen Tierbestand wahrscheinlich verantwortungsbewusster und artgerechter pflegt als manch anderer Hobby-Züchter stehe ja wohl außer Frage.

So war die Expertenmeinung der erfahrenen Aquaristen wieder stark gefragt. Vor allem Fragen zur Haltung von Schlangen standen hoch im Kurs. Auch die Börse war, dank großzügiger Spenden, sehr gut besucht. Die zum ersten Mal eingerichtete Kinderspielecke musste gelegentlich wegen Überfüllung geschlossen werden. (GEA)



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