Musik - Bei dem Projekt »Rhapsody in School« kam das Klavierdou GrauSchumacher an die Kirschenfeldschule in Nehren. Kinder wurden motiviert, ein Instrument zu lernen

Rhapsody in School: Die Kraft der Klassik

NEHREN. »Ich weiß, wie man ein Klavier richtig nennt«, meldet sich ein Mädchen aus der zweiten Klasse der Kirschenfeldschule zu Wort. Der Pianist Andreas Grau hakt nach: »Und wie nennt man es?« »Ein Piano!« lautet die Antwort, und ein anderes Mädchen fügt hinzu: »Das ist italienisch und heißt vorsichtig.«

Sie beantworteten Fragen der Zweitklässler rund um ihren Beruf: Das Klavierdou GrauSchumacher in der Kirschenfeldschule. FOTO: JAENSCH
Sie beantworteten Fragen der Zweitklässler rund um ihren Beruf: Das Klavierdou GrauSchumacher in der Kirschenfeldschule. FOTO: JAENSCH
Mit diesem Stichwort beginnt das Klavierduo GrauSchumacher einen Walzer von Wolfgang Rihm, denn dieser ist anfangs auch »leise und vorsichtig«, wie Andreas Grau den Kindern zuvor erklärt. Diese lauschen den Klängen wie gebannt, und als ein neues Stück mit wilderem Tempo und höherer Lautstärke beginnt, wippen viele zum Takt und lassen sich tanzend von der Musik mitreißen. Nachdem dieser Teil zu Ende ist, beruhigt das Duo die aufgeregten Kinder mit einer leisen und entspannenden dritten Melodie. Dies steht auch hinter dem Konzept des Projekts »Rhapsody in School«, das von verschiedenen Künstlern in Schulen aus ganz Deutschland und teils sogar international ehrenamtlich realisiert wird: Die Kinder sollen an die klassische Musik herangeführt und durch den Kontakt mit den Musikern auch motiviert werden, selbst ein Instrument zu erlernen. Die beiden Pianisten spielen bereits seit über 30 Jahren zusammen und haben sich weltweit als eines der renommiertesten Klavierduos etabliert. Da die beiden heute, Dienstag, 24. November, in der neuen Aula der Universität spielen werden, nutzten die beiden die Gelegenheit, früher anzureisen und der Nehrener Grundschule einen Besuch abzustatten.

»Wie viele Instrumente gibt es auf der Welt?«
 
Und die Wissbegierde an der Kirschenfeldschule ist groß. Die Kinder haben sich schon im Voraus einige Fragen überlegt, die sie den Künstlern stellen möchten. »Wie viele Instrumente gibt es auf der Welt?« fragt beispielsweise ein Junge aus der zweiten Klasse. »Unzählig viele«, erklärt der Pianist Götz Schumacher, und versucht es am Exempel der Klasse zu veranschaulichen: »Wer von euch spielt denn welches Instrument?« Sofort schnellen die Hände in die Höhe, jeder möchte den Künstlern mitteilen, welches Instrument er oder sie spielt –
egal, ob Blockflöte oder Schlagzeug. Und auch zur Funktionsweise eines Klaviers werden einige Fragen gestellt. Um es praktisch zu veranschaulichen, öffnen Andreas Grau und Götz Schumacher die Holzverkleidung des Klaviers im Musiksaal und erklären, was hinter den Kulissen passiert, wenn eine der insgesamt 88 Tasten gedrückt wird. Beeindruckt sind die Kinder auch bei der Antwort auf die Frage, wie teuer ein Klavier denn ist: »So viel wie ein Auto kostet ein guter Flügel schon«, verdeutlicht Andreas Grau.

Um einen weiteren Einblick in die Welt der Klassik zu geben, spielte das Klavierduo außerdem Kinderlieder von Georges Bizet –
auch hier wechselten sich leise, beruhigende und laute, aufregende Stellen ab. Im Anschluss gab es einen Vergleich der beiden Stücke, wobei die Kinder vieles durch Beschreibung ihrer Emotionen zum Ausdruck bringen. Während die ersten Lieder eher fröhlich und ausgelassen waren, verursachten die letzten bei den Zweitklässlern eine eher beruhigende Stimmung. (alj)



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