INTERVIEW - Zahnhygiene: das richtige Putzen ist wichtig

Paste, Seide und Bürste

TÜBINGEN. Zwei Mal täglich Zähne putzen. Ist Zahnhygiene wirklich so einfach? Sibylle Reibold, Zahnmedizinische Fachassistentin an der Tübinger Zahnklinik, beantwortet alltagspraktische Fragen rund ums Zähneputzen:

GEA: Welche Zahnpasta ist empfehlenswert?

Sibylle Reibold: Es gibt es viele verschiedene Pasten. Sollten Probleme im Zahnbereich vorliegen, so ist es ratsam, eine darauf abgezielte Zahnpasta zu nutzen. So gibt es Pasten bei freiliegenden Zahnhälsen, bei hohem Kariesrisiko, Parodontose und Zahnfleischblutungen. Generell sollte man darauf achten, dass in der Zahnpasta Fluoride drin sind. Spezielle Zahnweiß- oder Raucherpasten sollten nur nach Absprache mit Zahnärzten benutzt werden, da durch diese oft mehr kaputtgemacht wird, als sie von Nutzen sind. Besonders problematisch sind sie bei freiliegenden Zahnhälsen.

Was putzt gründlicher die Zahnzwischenräume: Zahnseide oder Interdentalbürstchen?

Reibold: Vor allem für die Backenzähne gilt: hier putzt ein Interdentalbürstchen deutlich gründlicher. Bei jüngeren Menschen sind die Zahnzwischenräume jedoch oft noch recht eng. Hier ist dann, wie generell für alle engen Zwischenräume, Zahnseide die bessere Wahl. Die Zahnzwischenraumreinigung ist sehr wichtig, vor allem zur Vorbeugung von Parodontitis, also von Zahnbetterkrankungen, und gegen Karies. Sie sollte deshalb nicht vernachlässigt werden. Die Zahnbürste allein kann die Zwischenräume nicht reinigen.

»Studien belegen, dass die elektrische Zahnbürste gründlicher putzt«
 
Was empfehlen Sie, den Gebrauch einer elektrischen Zahnbürste oder eine Handzahnbürste?

Reibold: Auf jeden Fall die elektrische Zahnbürste. Diese führt selbstständig die wichtigen Bewegungen aus, um die Zähne zu reinigen. Studien belegen, dass die elektrische Zahnbürste gründlicher putzt. Zudem wird durch die schnellen Bewegungen der Elekrozahnbürste das Zahnfleisch massiert, von Hand ist das eher nicht der Fall. Außerdem gibt die elektrische Variante bei zu festem Druck ein Warnsignal. Für Personen, die dazu neigen, ihre Zähne zu fest zu putzen, ist das ein weiterer Vorteil. Es gibt aber auch Fälle, bei denen von einer elektrischen Zahnbürste abzuraten ist, etwa bei freiliegenden Zahnhälsen.

Macht der Gebrauch von Mundspül- lösungen oder Mundwassern Sinn?

Reibold: Bei Mundwasser sind die darin enthaltenen Wirkstoffe sehr niedrig dosiert, sie eignen sich daher bestenfalls für ein Frischegefühl im Mundraum. Mundspüllösungen gibt es mit verschiedenen Inhaltsstoffen, etwa mit hohem Fluoridgehalt. Diese sind bei Patienten mit hoher Kariesgefahr sinnvoll. Es gibt auch Lösungen, die Zahnfleischentzündungen vorbeugen oder Zahnschmelzabbau entgegenwirken. (kwo)



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