Nobelpreisträgerin hält nichts von einer Frauenquote

Tübingen (dpa) - Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard hält nichts von einer Frauenquote in Führungspositionen. »Die meisten Frauen wollen doch gar keinen Management-Posten. Die wollen ein gemütliches Leben mit ihren Kindern und ihrem Mann. Das hat sich trotz der Emanzipation nicht sehr geändert«, sagte die Tübinger Professorin der Nachrichtenagentur dpa.

Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard.
Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard. FOTO: dpa
»Entscheidend ist, dass Frauen, die wirklich Karriere machen wollen, keine Knüppel zwischen die Beine geworfen kriegen.« Eine generelle Diskriminierung von Frauen in der Wissenschaft, wie sie sie noch erlebt habe, nehme die Forscherin heute aber nicht mehr wahr. Am 20. Oktober feiert Nüsslein-Volhard ihren 70. Geburtstag.

Sie selbst habe ihre Karriere als Wissenschaftlerin anders betrieben als ein Mann es getan hätte, glaubt die Direktorin am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie. »Ich habe weniger Publikationen als Männer. Ich publiziere auch Sachen nicht doppelt oder dreifach - einmal reicht«, sagte die Biologin. »Ich habe auch noch viele andere Interessen und Hobbys. Karriereorientierte Männer sind da viel fokussierter auf ihren Beruf.«

Nüsslein-Volhard hatte 1995 als erste deutsche Wissenschaftlerin den Nobelpreis für Medizin bekommen. Sie hatte wesentliche Mechanismen entdeckt, durch die aus einer winzigen Eizelle Tiere und Menschen werden. Vor einigen Jahren hat sie eine Stiftung ins Leben gerufen, die junge Wissenschaftlerinnen dabei unterstützt, Karriere und Familie unter einen Hut zu bekommen.

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