Kooperation - Neue Ausbildung für Physiotherapeuten: Gemeinsam mit der Hochschule Reutlingen wird an der Tübinger Unfallklinik jetzt auch Betriebswissenschaft vermittelt
Mehr Kompetenz gefragt
VON CHRISTIAN GREGOR LANDWEHR
TÜBINGEN. »Auch als Physiotherapeuten sind wir abhängig vom Gesundheitssystem«, sagt Anja Metter. Man brauche mehr als das medizinische Wissen, um gut für den Patienten da zu sein, ist sie sich sicher. Deshalb hat sie sich bei ihrer Ausbildung zur Physiotherapeutin für einen neuen Ausbildungsgang entschieden, bei dem sie zusätzlich noch einen Bachelor-Abschluss erwirbt.
Foto: LANDWEHR
Der neue duale Ausbildungsgang wird an der Schule für Physiotherapie an der BG-Unfallklinik gemeinsam mit der Knowledge Foundation der Hochschule Reutlingen angeboten. Bislang gab es an der Schule für Physiotherapie die dreijährige Ausbildung zum Therapeuten. Seit dem ersten November können sich die Schüler für eine vierjährige Ausbildung bewerben, die sie nicht nur als Therapeut, sondern zusätzlich mit dem akademischen Grad des »Bachelor of Science Physiotherapie« abschließen.
»Unsere Absolventen brauchen mehr Kompetenzen als sie haben«, ist Schulleiter Harry Belzel sicher. Medizinisch seien die Absolventen gut ausgebildet, aber es gehöre mehr zum Beruf dazu. Denn das Gesundheitswesen habe sich geändert. Auf der Suche nach geeigneten Partnern wurde der Schulleiter aus Tübingen in Reutlingen fündig. »Wir verfügen über die betriebswirtschaftlichen Kompetenzen«, betont Hans-Peter Baumeister von der Hochschule Reutlingen.
Neben klassischen betriebswirtschaftlichen Inhalten wie Marketing und Controlling bekommen die Schüler insbesondere BWL im Gesundheitswesen vermitteln. Dies seien etwa Abläufe im Klinikwesen, aber auch Ethik und Betriebswirtschaft spiele in der Ausbildung eine große Rolle. Und es sind kommunikative Kompetenzen, die die Schüler vermittelt bekommen: »In einer interkulturellen Gesellschaft ist Kommunikationsfähigkeit wichtig.«
Für Fabian Ritter, Geschäftsführer des Trägervereins der Schule, ist solche eine Ausrichtung nur richtig. »Unsere Schüler müssen die Sicherheit haben, dass sie auch auf internationalem Parkett eine Stelle finden.« Denn dort sei ein Bachelor Abschluss Physiotherapie bereits Standard. Außerdem, so der Präsident der Hochschule Reutlingen, Peter Nieß, erschließe sich für die Absolventen der Zugang zum Berufsfeld Gesundheitsökonomie. Rund zwei Jahre dauerten die Planungen für die Ausbildung, die nach Aussagen der Beteiligten in Deutschland einmalig ist. Zwar gäbe es Bachelor-Abschlüsse in dem Bereich, allerdings habe kein anderes Angebot eine Universität als Partner. (GEA)
Wir denken schon heute an unsere Leser von morgen. Deshalb bringen wir Lokal-Nachrichten mit Deutschlands größter WG-Börse www.wg-gesucht.de zu jungen Leuten und Studenten.