Freizeit - Realisierung eines eigenen Jugendhauses in Jettenburg ist mit aktualisierten Plänen einen Schritt weiter

Langes Warten hat ein Ende

VON INES STÖHR

KUSTERDINGEN-JETTENBURG. Gemeinsam mit dem Jugendtreff hatte Ortsvorsteher Günter Brucklacher schon vor rund fünf Jahren einen Plan zum Umbau zweier Aufenthaltsräume in der ersten Etage über dem oberirdischen Keller ausgearbeitet. Nach einigen vom Landratsamt vorgeschriebenen Änderungen kann das zuletzt als Asylbewerberheim genutzte Gebäude am Adam-Fauser-Gässle 5 unterhalb des Dorfgemeinschaftshauses nun teilweise zu einem Jugendhaus umgestaltet werden.

Das Haus steht seit einigen Jahren leer, das letzte Baugesuch stammt aus dem Jahr 1921. Für Asylbewerber war es ohnehin nicht geeignet, hatte Brucklacher festgestellt. Und im Dorfgemeinschaftshaus, wo sich die Jugendlichen bisher treffen, ist es eigentlich zu eng. Außerdem kam es dort immer wieder zu Konflikten mit anderen Nutzern. Auch jetzt gibt es bereits Einwände von Nachbarn gegen das Vorhaben, da man Lärmbelästigungen befürchtet. Mit dem Segen des Technischen Ausschusses soll die Verwaltung die Pläne jetzt aktualisieren und erneut dem Landratsamt vorlegen.

Da im künftigen Jugendhaus entgegen den Wünschen der jungen Jettenburger keine Speisen und Getränke ausgegeben werden dürfen, hatte die Behörde nach mehreren Begehungen zur Festlegung der Brandschutzmaßnahmen den Umbau des Lagerraums in eine Küche abgelehnt. Darüber hinaus muss es zwei Toiletten geben und Fluchtwege aus beiden Räumen in den Flur sowie eine zusätzliche Außentreppe ins erste Obergeschoss. Die bestehende Toilette wird zum Raucherraum gemacht. Vorgeschrieben sind außerdem zehn Fahrradstellplätze. Die Kosten für die Umbau- und Brandschutzmaßnahmen liegen bei rund 10 000 Euro. »Wir wollen aber möglichst viel selber machen«, sagt Brucklacher. Die Jugendlichen hatten schon vor Jahren das ganze Haus in drei Tagen leer geräumt und unter anderem Matratzen, Kühlschränke sowie Kochplatten in zwei Containern und fünf Anhängerladungen entsorgt und die unteren Zimmer zum Teil neu bestückt.

Dem jugendlichen Nachwuchs stehen jetzt zwei Räume mit rund 50 Quadratmetern zur Verfügung. Der Treff könnte künftig als Verein und bedingt selbstverwaltet geführt werden, die Öffnungszeiten werden je nach Zusammensetzung der Nutzer und einem entsprechenden Konzept festgelegt, die Personenzahl darf aber 40 nicht überschreiten.

Die beiden oberen Stockwerke sind nicht zugänglich. Was aus denen wird, ist noch unklar. Da eine Sanierung der maroden Räume viel zu aufwendig und kostenintensiv wäre, bleiben sie wohl ungenutzt, bedauert Brucklacher. Der Keller wird als Lager unter anderem vom Kleintierzuchtverein genutzt. Er warte jetzt auf die Genehmigung vom Landratsamt, sagt Brucklacher. Dann will er sich noch einmal an die Jugendlichen wenden, um deren eigenes Domizil endlich in Angriff zu nehmen. (GEA)



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