Mobilität - Wo gibt es in Mössingen Radwege und wie sehen diese aus? Der GEA hat das bestehende Netz getestet
Kreuz und quer durch die Stadt
Von Michael Merkle
MÖSSINGEN. Mit dem Fahrrad kreuz und quer durch Mössingen, seiner Ortsteile und Teilorte. Häuser, Gärten, Geschäfte, Ampeln. Und auffällig viele Radler. Pedale drehen sich im Kreis. Schnell wird klar: Es gibt bereits ein Grundnetz an Radwegen. Doch dieses Netz hat Lücken. Die Zahl der Radwege ist in der Kernstadt am höchsten.
Test in Mössingen: Wo Radwege fehlen und Radler, wie hier in Öschingen, auf viel befahrene Straßen ausweichen müssen, kann es eng und unangenehm werden.
FOTO: Michael Merkle
Nicht immer sind die Wege auf breiteren Gehwegen wie in der oberen Bahnhofstraße farblich rot abgehoben. Die rote Farbe von einst ist etwa in der unteren Bahnhofstraße in Richtung Ofterdinger Straße nur noch zu erahnen, der Belag teils schadhaft. Zwischen Volksbank und Polizeiposten fehlt gar komplett die Anbindung. Manchmal gibt es, wie entlang der Butzenbadstraße, sogar zwei voneinander getrennte Wege für Fußgänger und Radfahrer.
In der Kernstadt gibt es entlang der größeren Durchgangs- und Verbindungsstraßen Radwege in jede Himmelsrichtung. Wie im Falle der Karl-Jaggy-Straße sind diese öfter als Gehweg angelegt, auf dem per blau-weißem Schild Räder zugelassen sind. Über die Karl-Jaggy-Straße ist auch der Weg in Richtung Schulzentrum angebunden. Sowohl in der Breitestraße als auch in der Goethestraße (auf Seite der Schulen) gibt es Radwege.
Bäume mitten im Radweg
Eine skurrile Besonderheit gibt es in der Breite Straße. Hier stehen im unteren Bereich in Richtung Bahnhof in regelmäßigen Abständen Bäume in der Mitte des Radwegs. Diese sind allerdings so groß, dass sie glücklicherweise kaum übersehen werden können - und die Steinlachklinik ist auch nicht weit weg.
In kleineren Nebenstraßen oder Straßen in Wohngebieten, die nicht so stark oder kaum vom übrigen Verkehr genutzt werden, kann auch ohne extra gekennzeichnete Radwege leicht auf die Straße ausgewichen werden. Kinder haben, wo vorhanden, die Möglichkeit, mit dem Rad den normalen Gehweg zu nutzen.
Über den Radweg entlang der Daimlerstraße lässt sich das Gewerbegebiet Riethäcker erreichen, daneben geht es weiter nach Bästenhardt. Der bevölkerungsstärkste Ortsteil von Mössingen lässt sich per Rad auch entlang der Butzenbadstraße anfahren. Im Bereich der gleichnamigen Haltestelle gibt es auf dem neuen Asphalt kurzzeitig keine Markierungen. Ansonsten kann entlang dieser Straße Bästenhardt rasch und angenehm durchradelt werden. Über den Nebenweg an der Sebastiansweiler Straße gibt es Anschluss in Richtung Bad Sebastiansweiler und nach Belsen.
Der Weg nach Belsen ist vom Mössinger Bahnhof her mit dem Rad eine wirklich gute Sache. Der Weg verläuft neben der Freiherr-vom-Stein-Straße, mit Grünstreifen dazwischen. In der Mössinger Straße lenken allenfalls die schönen Blumen zwischen Weg und Straße ab. Der Radweg ist aber durch Belsen wiederum nicht ganz durchgängig.
Wer von Belsen aus über den Allee Kanton Saint-Julien in die Kernstadt fahren möchte, kann sich über den Radweg in der Eugen-Gauss-Straße freuen. Auch hier sind Velos auf dem Gehweg zugelassen. Nicht ganz so angenehm gestaltet sich die Fahrt über die Lange Straße und Auf der Lehr in Richtung Talheim und Öschingen. Dort wo die Gehwege zu schmal sind, gibt es keinen separaten Fahrweg für Radler. Wer entlang der Straße Auf der Lehr stadteinwärts unterwegs ist, wird, wo der Gehweg schmäler wird, vor einem Radladen mit einem Pfeil vom Gehweg auf die Straße ausgeleitet. Und die ist stark befahren.
Konkurrenzlos schön
Angenehmer ist da die Weiterfahrt nach Öschingen und Talheim. In beide Teilorte führen breite Radwege, die auf landwirtschaftlichen Wegen beziehungsweise kleinen Nebenstraßen liegen. Auch der Radweg zwischen den beiden Orten, von Öschingen aus über die Tal-heimer Straße zu erreichen, ist trotz einigen Traktoren und wenigen Autos klasse. In Sachen Aussicht, Landschaft und Abwechslung ist dieser Radweg in Mössingen wohl konkurrenzlos.
Weniger schön ist die Situation in Öschingen und Talheim selbst. In Öschingen müssen Radler an der Durchgangsstraße (Mühlberg, Reutlinger Straße) in Richtung Gönningen auf die Straße ausweichen und treffen dort auf Lkws, Busse und viele Autos. Einen Radweg gibt es nur kurz von Gönningen aus kommend neben der Straße - der aber kurz nach dem Ortsbeginn endet.
In Talheim ist das ähnlich auf der Steinlach- und später auf der Albstraße. Und in Richtung Alb sind viele Radler unterwegs - mit bepackten Tourenrädern und mit pfeilschnellen Rennmaschinen. Eine beschauliche Verbindung für Radler ist zwischen Talheim und Belsen der Weg am Bergrutschparkplatz vorbei in Richtung Olgahöhe. (GEA)