Kunstradfahren - Im Kopfstand auf zwei Rädern im Kreis herum: Auf dem Höhnisch trafen sich die Nachwuchssportler aus Gomaringen, Kirchentellinsfurt und Bodelshausen
Kunstradfahren: Könner am Lenker
VON ULLI PETRAT
GOMARINGEN. Es sieht irgendwie überhaupt nicht schwer aus, was die jungen Sportler in der Sporthalle auf dem Höhnisch präsentieren.
Trainiert zweimal in der Woche für ihren Sport: die Gomaringerin Annika Deutschmann bei den Meisterschaften auf dem Höhnisch. FOTO: PETRAT
Als würde es keinerlei Anstrengung benötigen, machen sie auf den präzise im Kreis herumrollenden Fahrrädern Hand- und Kopfstände und viele andere Übungen, die wohl die meisten Menschen nicht mal auf dem Boden turnen könnten. Eine Zuschauerin verrät: »Ich würde nicht mal ohne Fahrrad einen Kopfstand hinkriegen.« Allein schon die Aufgabe, ein Fahrrad freihändig exakt im Kreis zu steuern, ohne dabei den weißen Außenkreis zu überrollen, fordert vielen Zuschauern schon Respekt ab.
Freilich kommen solche Fähigkeiten nicht von ungefähr; was so einfach aussieht, ist das Resultat jahrelangen harten Trainings. Annika Deutschmann aus Gomaringen etwa ist jetzt seit neun Jahren bei den Kunstradfahrern. »Ich gehe zwei Mal in der Woche zum Training in die Hublandhalle«, erzählt die 16-Jährige.
Die Abräumerinnen
Annika ist G8-Schülerin auf dem Karl-von-Frisch-Gymnasium. Den Stoff von neun Jahren in acht Jahren zu lernen erfordert naturgemäß viel Anstrengung und dementsprechend Zeit. Aber Annika versichert, dass ihr noch genügend Raum für ihre Freizeit bleibt. Manche Radsportler, etwa aus Tailfingen, übten allerdings vier bis fünf Mal die Woche: »Aber die spielen in einer anderen Liga.« Außerdem hätten die bestimmt keine Freizeit mehr.
Auch Annikas jüngere Schwester Sarah ist schon vom Kunstradvirus angesteckt; die Zwölfjährige übt bislang regelmäßig einmal die Woche: »Den Kopfstand mach' ich noch nicht alleine, da brauch' ich noch Unterstützung«, räumt sie ein, »aber lange dauert das bestimmt nicht mehr.« Auf jeden Fall bewahrheitet sich einmal mehr: »Steter Tropfen höhlt den Stein«; Annika startet für Juniorinnen, Sarah für die Schülerinnen A. Beide Schwestern räumen regelmäßig bei Wettbewerben wie Bezirks- und Kreismeisterschaften erste Preise ab.
Nur noch drei Vereine
Am Sonntag sind 22 junge Fahrrad-Athleten am Start. Das seien relativ wenig, bedauert Thomas Steimle, der Vorstand des ausrichtenden RV Gomaringen: »Es gibt im Kreis derzeit nur noch drei Vereine, in Gomaringen, Bodelshausen und Kirchentellinsfurt. Deshalb treffen sich fast immer dieselben, nur die Austragungsorte wechseln.«
Sarah gewinnt jetzt bei den Schülerinnen U15, Annika bei den Juniorinnen U19. Weitere Sieger sind Nadia Baez Tajeda aus Bodelshausen (Schülerinnen D), Paul Ulrich aus Gomaringen (Schüler U11), Annika Schwenk aus Kirchentellinsfurt (Schülerinnen U11), Katharina Fürtsch (Schülerinnen U13), Marco Pimenta (Schüler U15), Patrick Junger (Schüler U19) und die Vierer-Einrad-Elite aus Bodelshausen. (GEA)
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