Bauvorhaben - Kirchentellinsfurter »Wahrzeichen«: Kosten 3,8 Millionen Euro, fast die Hälfte müsste das Land tragen

Kirchentellinsfurter Schloss soll saniert werden

VON JOACHIM KREIBICH

KIRCHENTELLINSFURT. »Welches Gebäude im Ort ist das Wahrzeichen von Kirchentellinsfurt?«, sind die Bürger im vorigen Jahr gefragt worden. »Die Martinskirche oder das Schloss«, lautete die Antwort fast aller Beteiligten. Weil Letzteres in schlechtem Zustand ist, hat die Verwaltung Pläne für eine Sanierung ausarbeiten lassen. Diese liegen jetzt vor. In seiner Sitzung am Montag, 20. Februar, um 19 Uhr soll der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss fassen.

Schmuck sieht es aus, das Schloss: Doch nach der Sanierung von 1988 sind wieder Schäden aufgetreten. Brandschutz und Denkmalschutz reden ein Wörtchen mit.
Schmuck sieht es aus, das Schloss: Doch nach der Sanierung von 1988 sind wieder Schäden aufgetreten. Brandschutz und Denkmalschutz reden ein Wörtchen mit. FOTO: Markus Niethammer
Mehr als 450 Jahre ist der älteste Teil des Gebäudes alt, seit 1586 ist dann von einem Schloss die Rede. Zwischen 1984 und 1988 wurde es aufwendig saniert. Leider so, dass in der Folge einige Balken zu faulen begannen. Kleine Fugen im Sichtfachwerk waren mit Silikon geschlossen worden. Dieses Material begann im Laufe der Jahre zu reißen, Wasser sickerte ein. Auch das Dach ist schadhaft. Zwar hat's schon länger nicht mehr reinregnet, doch die Gefahr ist nicht völlig gebannt, sagen die Fachleute.

Verbindung zum Schlosskeller

Ein Kostenvoranschlag ergab: Die reine Instandsetzung würde rund 1,3 Millionen kosten. Doch sobald baulich etwas verändert wird, stehen die Sachverständigen vom Brandschutz auf der Matte, verlangen vorbeugende Sicherheitsmaßnahmen und zusätzliche Fluchtwege. Und das in 450 Jahre altem Gemäuer, in dem auch der Denkmalschutz ein gehöriges Wörtchen mitzureden hat.

Riehle und Assoziierte haben die Sache untersucht und sind gemeinsam mit den Verantwortlichen im Rathaus auf eine Idee gekommen, wie man die Schäden beseitigen und die Situation insgesamt deutlich verbessern könnte.

Folgt man diesem Konzept, steigen zwar die Kosten, doch durch die Fördertöpfe des Landes wäre ein großer Teil abgedeckt. An die Hofseite könnte ein verglaster Außenaufzug gerückt werden und im Untergeschoss eine Verbindung zum Schlosskeller entstehen, der dann wieder vollständig genutzt werden könnte. In der Vorlage wird auf die Vereine verwiesen und festgestellt: »Die beiden Bauteile könnten ein neues Kulturzentrum in Kirchentellinsfurt werden.«

Beginn noch 2017?

Museum, Rittersaal und Schlosskeller hätten Brandschutz und Fluchtwege. Das ganze Gebäude wäre barrierefrei erschlossen. Und für die Zukunft würden sich neue Möglichkeiten ergeben, zum Beispiel durch eine neue Museumskonzeption.

Die vorläufige Kalkulation sieht so aus: Die Gemeinde muss knapp zwei Millionen Euro aufbringen, das Land steuert 1,75 Millionen Euro bei. Ein bisschen Eile ist geboten, denn so ein Vorhaben muss im aktuellen Haushalt berücksichtigt werden und die staatlichen Stellen schauen darauf, ob es auch tatsächlich vorankommt. Der Antrag fürs neue Förderprogramm ist bereits gestellt.

Der Beschlussvorschlag der Verwaltung sieht vor, dass die Ausschreibungen demnächst vorbereitet werden. Die Arbeiten könnten dann noch 2017 beginnen. 2019 wäre das Schloss fix und fertig saniert – sofern bei einer solchen Maßnahme der Zeitplan entsprechend eingehalten werden kann. (GEA)

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