Bildung - Annette Widmann-Mauz im Firstwald-Gymnasium anlässlich des Unicef-Aktionstags

Kinderrechte kontrovers diskutiert

MÖSSINGEN. Heute ist der Unicef-Aktionstag für Kinderrechte. Aus diesem Anlass diskutierte der Politik-Leistungskurs des Mössinger Firstwald-Gymnasiums mit der CDU-Bundestagabgeordneten Annette Widmann-Mauz über Kinderrechte. Und lernte gleich: Frauen können besser mit Geld umgehen.

Nach einem Rundgang über den Campus und einer Vorstellung der Schule durch Schulleiter Helmut Dreher diskutierte die Politikerin mit rund 20 Schülerinnen und Schülern des Politik-Leistungskurses. Die Oberstufenschüler stellten kenntnis- und detailreiche Fragen, sodass Widmann-Mauz gleich zu Beginn erklärte: »Ich will Ihnen eine Illusion rauben: Politiker wissen nicht alles.«

Schule sei mehr als Bildung und Wissen, sagte sie. Vielmehr müsse es um den ganzen Menschen gehen. Daher nähmen Schulsozialarbeiter, die es zu ihren Zeiten noch gar nicht gegeben habe, an Bedeutung zu. »Die Lehrer müssen insgesamt sensibel sein«, sagte eine Schülerin. In der Sozialarbeit sei noch einiges zu tun. Oft verbrächten die Schüler mehr Zeit in der Schule als mit den Eltern.

Mehrere Schüler sprachen die Problematik der Chancengleichheit, insbesondere für ärmere Kinder, an. Widmann-Mauz sieht diese weitgehend als gegeben.

Seine Organisation setze sich vor allem für Kinderrechte in armen Ländern ein, erklärte Guntram Kunschner von Unicef. In Deutschland, einem großen Spender- und Geberland mit 96 Millionen Euro pro Jahr, sei man eher beratend tätig. Allerdings kümmere sich Unicef um unbegleitete, minderjährige Flüchtlingskinder. Ziel hierzulande sei es, Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern.

Widmann-Mauz sah das anders. »Die Würde des Menschen ist unantastbar, heißt es im Grundgesetz«, erklärte die CDU-Politikerin. Die sei nicht teilbar. Sie sehe keinen Grund, eine bestimmte Personengruppe hier explizit zu nennen. Vielmehr müssten die Ursachen von Kinderarmut beseitigt werden. Für Fälle von häuslicher und sexueller Gewalt bestelle die Bundesregierung einen Beauftragten.

Das war für Unicef-Vertreter Kunschner ein Fortschritt, aber immer noch zu wenig. Die Schüler fragten weiter nach benachteiligten Kindern und wie diese etwa Nachhilfestunden finanzieren sollten. Auch Kindersoldaten und eine Prangerliste der UN mit Ländern, die Kindersoldaten einsetzen, waren Thema. Dadurch, erklärte Widmann-Mauz, könnten Geberländer Druck ausüben und Bedingungen für Hilfen stellen.

Aus der Entwicklungszusammenarbeit wusste sie noch zu erheitern: Erfahrungen hätten gezeigt, das Geld besser den Frauen anzuvertrauen. Männer neigten, wenn sie investierten und einen Gewinn erzielten, zum Konsum, während Frauen den Ertrag wieder investierten und langfristiger dächten. Widmann-Mauz: »Sie sehen, mit Frauen kommt die Welt voran.« (stb)



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