Rettung - Die Macher vom Kinderbauernhof am Brennlesberg sind überzeugt: Das Miteinander zählt. Dann kann die Rettung gelingen. Mit Darlehen-Modell und Sponsoring

Hof braucht die Gomaringer

VON ANGELA HAMMER

GOMARINGEN. Das Ziel klar: Der Kinderbauernhof muss weiterleben. Auch das »Warum« hat das Team des Kinderbauernhofs für sich geklärt. Ganz einfache Herzenssachen bewegen sie – das Miteinander in einem tollen Team, die Überzeugung, dass sich noch sehr viel mehr entwickeln kann.

Wege zum Geld für den Kinderbauernhof sind immer ein Diskussionsthema: Uli Maag, hier im Gespräch mit Peter Wössner, ist an einer Unterstützung interessiert. Rechts hinter ihm Frank Schäfer im Gespräch mit Günther Brenzel vom Gomaringer Hospizdienst.  FOTO: HAMMER
Wege zum Geld für den Kinderbauernhof sind immer ein Diskussionsthema: Uli Maag, hier im Gespräch mit Peter Wössner, ist an einer Unterstützung interessiert. Rechts hinter ihm Frank Schäfer im Gespräch mit Günther Brenzel vom Gomaringer Hospizdienst. FOTO: HAMMER
Und allem voran: die Kinder. Das »Warum« für ihr Tun macht Menschen erfolgreich, findet Steffen Treichel vom Kinderbauernhof. Und kreativ – am Mittwochabend präsentierte der Verein in der Schlossschule erstmals öffentlich Strategien, wie das Kinderparadies gerettet werden kann. 660 000 Euro braucht es bis Ende Juni, um das Grundstück für die Ställe und die Grünfläche kaufen zu können. So lange hält die Eigentümerin dem Verein den Rücken frei, danach wird das Bauland auf dem Grundstücksmarkt angeboten.

100 000 Euro hat der Verein, der seit 2014 auf über 300 Mitglieder gewachsen ist, geschafft. Mit den niedrigen Beiträgen werden laufende Kosten bestritten. Sie sind nicht zur Finanzierung gedacht. Klar ist also auch, dass der Kinderbauernhof das »Miteinander« und die breit angelegte Hilfe der Gomaringer braucht. Nur dann gibt’s eine Zukunft für die pädagogische Arbeit von Conny Schäfer.

Ob Sprachblockaden, motorische oder psychische Störungen – bei Pferden und Ponys, Hasen und Hühnern haben schon ganz viele Kinder und Jugendliche Hilfe und Heimat gefunden (der GEA berichtete). Sicher auch ein Stück weit zu sich selbst und in die Mitte der Gesellschaft, wie Conny Schäfer und eine betroffene Mutter schilderten. »Da passiert ganz viel im emotionalen Bereich«, sagt Schäfer und verbirgt nicht, wie sehr ihr selbst die Arbeit ans Herz geht.

Private Hilfe bevorzugt

Ihre Familien und Helfer war auch 2015 schon fleißig; mit den Kindergeburtstagen richtete das Team um Vorstand Simon Groß 239 Veranstaltungen mit rund 1 500 Besuchern aus. Ohne Werbung, wie Conny Schäfer betont, die Anfragen kamen von außen. Gomaringer Kindergärten und die Schlossschule, aber auch Tübinger und Reutlinger Schulkinder sind inzwischen regelmäßig dabei. Ab September gibt es Unterstützung vom Bundesfreiwilligendienst.

Aber erst muss das Grundstück gekauft werden. Fleißig hat der Verein also auch erarbeitet, wie das gehen kann, bevorzugt erst mal mit privater Hilfe. So kann man für ein Darlehen ab 500 Euro und mit einer Laufzeit von fünf oder zehn Jahren Geld zu einem Zinssatz von 1 Prozent pro Jahr beim Verein anlegen. »Ein interessantes Modell«, findet der Gomaringer Uli Maag, »für Großeltern, die ihren Enkeln etwas auf die Seite legen wollen.«. Auch Spenden sind willkommen. Zur Deckung der laufenden Kosten und als Hilfe bei der Darlehensrückzahlung kann eine Bauerhofpatenschaft übernommen werden. Interessant für Firmen ist das Sponsoring – sie sind dann mit ihrem Logo nicht nur auf der Homepage präsent, sondern gut sichtbar an der äußeren Stallwand auf dem Hof.

Die Lage am Ortsrand und doch mitten im Dorf, die direkte Anbindung an die Wohnhäuser der Familien macht die Erhaltung des Standorts am Brennlesberg in der Lindenstraße alternativlos. Bis Ende Juni die Finanzierung zu schaffen, sei schon ein »sportliches Ziel«. Das sehen die Betreiber des »Kibago« selbst so. Aber sie trägt ein unerschütterliches Gottvertrauen – und großes Vertrauen in die Gomaringer. (GEA)



UNTERSTÜTZUNG

Auf der Webseite des Kinderbauernhofs sind die Möglichkeiten der Unterstützung detailliert beschrieben, Vordrucke als pdf-Dokumente erhältlich. (GEA)

www.kibago.de/bauernhofrettung
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