Medizin - Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik informiert am Tag der offenen Tür über ihre Arbeit. Moderne Therapiemöglichkeiten werden präsentiert. Einblicke in Forschung

Gesunde Zähne wirken

VON KATHARINA WÖRNER

TÜBINGEN. Gesunde Zähne sind nicht nur wichtig für die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden, sie sind quasi die Visitenkarte eines jeden Menschen. Insbesondere im Berufsleben sind schöne und gesunde Zähne als Erfolgsfaktor nicht zu unterschätzen. Am Wochenende informierte die Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik der Uni Tübingen im Rahmen eines Tags der offenen Tür über moderne Therapiemöglichkeiten und gab einen Einblick in zukunftsweisende Forschungsaktivitäten des Fachbereichs.

Zahnarzt
FOTO: dpa
Professor Heiner Weber, Ärztlicher Direktor der Abteilung, stellte gleich zu Anfang der Veranstaltung klar: »Das Niveau der Ausbildung und der Behandlung bei uns in Tübingen ist sehr hoch«. Eine nachfolgende Präsentation von Fällen, die in der Zahnklinik behandelt wurden, unterstrich diese Behauptung. Fehlende Zähne, die ersetzt wurden oder schlechte Zähne, die behandelt und neu aufgebaut wurden, die Ergebnisse waren verblüffend.

Zu diesen guten Ergebnissen tragen auch neue Technologien in der Zahnmedizin bei. »Uns stehen eine Vielzahl neuer Materialien und Techniken zu Verfügung«, erklärte Eva Engel. »Neue Hochleistungskeramiken, wie etwa Zirkoniumdioxid, sind gut verträglich und ästhetisch ansprechend«. Der Werkstoff habe lichtdurchlässige Eigenschaften, was zu einem zahnähnlichen Bild führe. Durch die hohe Festigkeit des Materials müsse außerdem weniger vom Zahn abgeschliffen werden, so Engel. Entwicklungen aus der Industrie, betont die Wissenschaftlerin, seien für Verbesserungen unerlässlich. Zirkoniumdioxid etwa ist seit Jahrzehnten in der Autoindustrie und der Raumfahrt im Einsatz.

Implantate schonend einsetzen

Implantate (künstliche Zahnwurzeln) sind aus der modernen Zahnmedizin nicht mehr wegzudenken. Professor German Gomez stellte den Besuchern die Vorteile neuer Technologien vor: »Durch dreidimensionale Planungen kann man heute schonend Implantate einsetzen. Die Implantatposition kann damit genau ermittelt werden, ohne den Kiefer aufzuschneiden«.

Einen Einblick in die interdisziplinäre Forschung der Abteilung gab Professor Jürgen Geis-Gerstorfer, Leiter der Sektion »Medizinische Werkstoffkunde und Technologie«. Der Naturwissenschaftler hat gemeinsam mit seinen Mitarbeitern eine neue Implantatoberfläche entwickelt. »Durch die Bestrahlung mit Schwarzlicht wird die Beschichtung des Implantats aktiviert, durch die Aktivierung wird die Oberfläche vollständig benetzbar. Blut kann somit an die gesamte Implantatoberfläche gelangen«, so Geis-Gerstorfer. Folgen seien eine bessere und schnellere Einheilung des Implantats und eine Reduzierung von Plaquebelägen.

Die klinische Erforschung steht allerdings noch aus, der Fachbereich ist noch auf der Suche nach einem Implantathersteller, der das Produkt fertigt.

Neben der Vorstellung neuer Behandlungsmöglichkeiten und Forschungsergebnissen war Professor Weber an diesem Tag aber noch an mehr gelegen: Die Klinik suche immer wieder nach Patienten, die sich im Rahmen der Ausbildung und klinischer Studien zur Verfügung stellen. Hier könne etwa Zahnersatz kostengünstig zur Verfügung gestellt werden.

»Die Kombination aus Zahnklinik und materialkundlicher Forschung ist in dieser Form in Deutschland einzigartig«, stellte Weber fest. Aber selbst die neue Exzellenzuniversität Tübingen, so der Direktor der Abteilung, sei von Kürzungen betroffen, unter denen vor allem die Forschung leide: »Über 60 Prozent unseres Budgets gehen in die Lehre, für die Forschung bleibt zu wenig übrig«. (GEA)



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