Elite - Uni Tübingen will mit acht Millionen Euro internationale Kooperationen weiter verbessern

Gesucht: Strategische Partner

VON JOACHIM KREIBICH

TÜBINGEN. Wer national mit an der Spitze sein will, muss auch international über beste Kontakte verfügen. An der Uni Tübingen lässt man daran keinen Zweifel. Die mit der Aufnahme in den Kreis der Elite-Unis verbundenen Fördermittel sollen auch dazu verwendet werden, ein noch besseres Netzwerk zu knüpfen.

Internationale Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg: Kirsten Sonnenschein (vorne) und Tatjana Straub beraten im Welcome Center der Uni Tübingen ausländische Wissenschaftler.  FOTO: FRIEDHELM ALBRECHT/UNI TÜBINGEN
Internationale Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg: Kirsten Sonnenschein (vorne) und Tatjana Straub beraten im Welcome Center der Uni Tübingen ausländische Wissenschaftler. FOTO: FRIEDHELM ALBRECHT/UNI TÜBINGEN
In den kommenden fünf Jahren sollen mehr als acht der 48 erwarteten Millionen Euro für eine Internationalisierungs-Offensive ausgegeben werden.

»Manches ist nicht so leicht, wie es für Außenstehende klingen mag«, sagt Prorektor Heinz-Dieter Assmann. Wer renommierte Wissenschaftler aus anderen Ländern in Forschungsprojekte einbinden will, stellt beispielsweise fest, dass die nicht einfach mal für ein Jahr ihre bisherige Wirkungsstätte verlassen. Schließlich sind an ihren Instituten Vorhaben weiter zu betreuen. Assmann weiß: »Das Thema Spitzenkräfte muss sehr systematisch angegangen werden.«

Die Tübinger wollen ihre Kooperationen bündeln. Angestrebt wird ein Kreis von gut zwei Dutzend Top-Unis, deren ausgewiesene Forschungs-Gebiete zu denen der Tübinger passen. Assmann hofft auf »strategische Partner« und verweist darauf, dass man sich auch gemeinsam um Zuschüsse für Projekte bemühen muss. Bei vielen Geldgebern sind internationale Kooperationen sogar zwingende Voraussetzung.

In China muss es schnell gehen

Gute Erfahrungen haben die Tübinger mit einem vor zwei Jahren gegründeten Verbund von sieben Hochschulen gemacht. Das Matariki-Netzwerk hat unter anderem die enge Verbindung von Forschung und Lehre zum Ziel. Nach der Anlaufphase ist Assmann überzeugt: »Bei Matariki geht's im Steigflug nach oben.«

Wichtig ist der Uni-Spitze: Internationalisierung wird nicht einfach von oben verordnet und übergestülpt. Im Grunde gehe es eher darum, den Wissenschaftlern vor Augen zu führen, welche Chancen sich eröffnen, und sie bei der Suche nach Partnern zu unterstützen: zum Beispiel durch eine entsprechende Datenbank. Aber auch durch Vereinbarungen mit anderen Unis.

Und in manchen Fällen drängt die Zeit. Wer etwa jetzt erst beginnt, in China ganz vorsichtig seine Fühler auszustrecken, wird nach Einschätzung Assmanns bei den wirklich guten Adressen kaum mehr zum Zuge kommen. Dort werden wichtige Weichen jetzt schon gestellt.

Nicht zufällig hat vor Kurzem eine Tübinger Delegation in Fernost angeklopft. Dass die Uni nun Elite-Status besitzt, erleichtert manches: für den einzelnen Forscher ebenso wie für die Hochschule insgesamt. (GEA)

Matariki-Netzwerk


Das Netzwerk wurde 2010 von sieben Unis gegründet. Matariki nennen die Maoris die Sterngruppe der Plejaden, (die »Sieben Schwestern«). Gründungsmitglieder sind neben Tübingen:

Uppsala , älteste noch existierende Hochschule Skandinaviens, gegründet wie Tübingen im Jahr 1477.

Queen's University im kanadischen Kingston, Ontario.

Dartmouth College in New Hampshire, USA (eine der acht Unis der Ivy League).

Durham , drittälteste Uni in England nach Oxford und Cambridge.

Otago , älteste Uni in Neuseeland.

University of Western Australia in Perth.

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