Tübingen
Auszeichnung - Im Wettbewerb um den Deutschen Schulpreis sind die Mössinger unter den fünfzehn Besten

Firstwald-Gymnasium im Finale

VON PHILIPP FÖRDER

MÖSSINGEN. »Wir fahren nach Berlin.« Für die deutschen Fußballfans hat sich der Wunsch nach einem Finale bei der Weltmeisterschaft 2006 nicht erfüllt. Für das Evangelische Firstwald-Gymnasium in Mössingen aber erfüllt er sich. Nachdem im Januar eine Jury die Schule besucht hat, kam gestern der erlösende Anruf: Das Firstwald-Gymnasium ist unter den fünfzehn Besten im Finale um den Deutschen Schulpreis. Am 9. Juni wird in Berlin bekannt gegeben, welche Schulen einen der insgesamt sieben Preise von Bundeskanzlerin Angela Merkel entgegennehmen dürfen.

Egal, ob die Schule dort den Hauptpreis mit 100 000 Euro erhält, einen kleineren Preis oder gar keinen: »Für uns ist das eine Riesenauszeichnung«, freut sich Schulleiter Helmut Dreher. In jedem Fall gewährt allein die Nominierung dem Firstwald-Gymnasium den Zugang zu einem Netzwerk der besten Schulen Deutschlands. »Damit können unsere Lehrer an diesen Schulen hospitieren, was viele Ideen für die eigene Arbeit in der Schule bringt. Solche Verbindungen sind mehr wert als ein Geldpreis.«

Zehn dürfen nach Berlin

Es war gestern Morgen kurz vor 9 Uhr, als sich Katharina Burger-Springwald von der Robert-Bosch-Stiftung bei Helmut Dreher am Telefon meldete und ihm mitteilte, dass das Firstwald-Gymnasium in Berlin dabei ist - die einzige Schule aus Baden-Württemberg. Nach der vierten Stunde trommelte Dreher die Schüler in der Aula zusammen und informierte sie über die Nachricht des Tages. Vor allem die Fünftklässler waren zunächst begeistert, weil sie der Meinung waren, dass alle Schüler mit nach Berlin dürfen.

Da musste der Rektor sie allerdings enttäuschen. Zur Preisvergabe ist nur eine zehnköpfige Delegation eingeladen. Mitfahren werden auf jeden Fall die Schulleitung und die Schülersprecher. Über die restlichen Plätze zu entscheiden, ist jetzt eine dankbare Aufgabe für den Rektor.

Insgesamt 162 Schulen hatten sich in diesem Jahr um den Deutschen Schulpreis beworben. Angesichts der Zahl der allgemeinbildenden Schulen in Deutschland ist das nicht viel, aber die Anforderungen sind enorm hoch. Nach der ersten Runde blieben 20 übrig, die von einer hochkarätigen Jury zwei Tage begutachtet wurden. »Das war schon ziemlich hart«, erzählt der Schulleiter. »Die Jury hat genau hingeschaut, ob das, was auf dem Konzept steht, im Alltag auch umgesetzt wird.« Dass Baden-Württemberg im Wettbewerb bescheiden vertreten ist, liegt aus Sicht von Helmut Dreher am starren System: »Die Schulen in anderen Bundesländern haben oft mehr Freiräume zum Experimentieren.« (GEA)


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