Unglück - Brand zerstört Musikzimmer und Lernküche der Maria-Sibylla-Merian-Realschule. Unterricht fällt aus
Feuer wütet auf dem Höhnisch
Von Jürgen Meyer
DUSSLINGEN/ GOMARINGEN/ NEHREN. Ein Feuer hat in der Nacht zum Samstag in der Maria-Sibylla-Merian-Realschule gewütet. Die Flammen waren in einem Raum zwischen dem Musikzimmer und der Schulküche im Erdgeschoss ausgebrochen und breiteten sich über die Zwischendecke zur Außenfassade hin aus.
Dichter Rauch dringt aus dem Erdgeschoss der Maria-Sibylla-Merian-Realschule: Obwohl das Feuer im Innern am frühen Samstagmorgen recht schnell gelöscht werden konnte, zerstört es neben der Küche auch ein Musikzimmer.
FOTO: Jürgen Meyer
Die Schadenshöhe kann noch nicht beziffert werden, sie dürfte aber sicherlich in die Hunderttausende gehen. Allein die Einrichtung der Küche hatte rund 80 000 Euro gekostet.
Da zur Vorsorge Messungen gemacht werden müssen, wird der Schulunterricht diese Woche, von Montag bis Freitag, 26. bis 30. April, ausfallen. Die noch ausstehenden Abschlussprüfungen werden am Dienstag stattfinden - die Räume sind in keiner Weise vom Brand und dessen Folgen betroffen. Ein leichter Rauchgeruch wird die nächsten Tage noch im Gebäude haften, eine Gesundheitsgefährdung soll durch die Messung ausgeschlossen werden. Darauf verständigten sich noch am Samstagmorgen in einer Krisensitzung die Schulleitung und Vertreter der Verbandsgemeinden. Der Brandtrakt wird mit einer Behelfsholzwand von der Aula getrennt, die Außenfassade erhält eine Notverglasung.
Das verheerende Feuer war gegen 3.35 Uhr entdeckt worden: Entgegen vieler anderer öffentlicher Gebäude oder Schulen, die über eine Brandmeldeanlage direkt mit der Feuerwehrleitstelle verbunden sind, läuft die Alarm-Anlage der Realschule bei einer privaten Sicherheitsfirma auf. Deshalb fuhr zunächst ein Wachmann von Tübingen auf den Höhnisch, im Glauben, dass es sich um einen Einbruchsalarm handelt. Von Weitem nahm er schon Feuerschein wahr, dachte aber zunächst an ein Lagerfeuer. Als er jedoch sah, dass die Außenwand der Schule in Flammen stand, rief er umgehend Polizei und Feuerwehr.
Der um 3.47 Uhr alarmierte Dußlinger Löschzug rückte sofort aus. Auf der Anfahrt ließ Kommandant Günther Keinath im Angesicht der hohen Rauchsäule die Nehrener Nachbarwehr nachalarmieren. Vor Ort forderte er umgehend auch Hilfe aus Gomaringen an. Binnen kürzester Zeit trafen zwölf Einsatzfahrzeuge mit fast neunzig Helfern ein. Das Rote Kreuz schickte ein Rettungswagen- und ein Notarztteam sowie die Bereitschaften Dußlingen und Gomaringen-Nehren.
Schwelbrände unter der Decke
Derweil gingen Atemschutztrupps zunächst im Außen-, dann im Innenangriff gegen die Flammen vor. Das offene Feuer war schnell gelöscht. Probleme bereiteten die Schwelbrände unter der hölzernen Deckenverschalung. Mit Motorsägen und Feuerhaken mussten sich die Brandbekämpfer Zugang zu den Glutnestern verschaffen. In den Zwischenräumen, wo Leitungen verlaufen und Dämmmaterialien verlegt sind, konnte sich das Feuer ausbreiten. Gestoppt wurde es durch den gezielten Löscheinsatz sowie durch die unüberwindlichen Betonbarrieren der Trägerkonstruktion.
Mit einer Wärmebildkamera überprüfte ein Trupp der Mössinger Feuerwehr die Brandstelle nach den Hauptlöscharbeiten. Gegen 5 Uhr waren im Zwischenraum noch Temperaturen von rund hundert Grad festzustellen, in den ausgebrannten Musik- und Küchenräumen war die Decke vierzig Grad heiß.
Die Versorgung der Einsatzkräfte mit Tee und Wecken übernahm der Betreuungszug des DRK Mössingen. Die Bürgermeister Werner Landenberger und Manfred Schmiderer, die noch in der Brandnacht zur Einsatzstelle geeilt waren, lobten den »schnellen und effektiven Einsatz«. Auch Tübingens Kommandant Michael Oser, als Kreisbrandmeister vor Ort, war froh, »dass wir das Gebäude trotz baulicher Mängel nicht ganz verloren haben.« Bereits am 16. Oktober hatte es in der Maria-Sibylla-Merian-Schule gebrannt. Damals war das Feuer tagsüber gegenüber im Putzraum ausgebrochen. Der Brand blieb auf den Raum begrenzt. Was die neuerliche Ursache des Brandes war, ist noch unklar. Die Kripo vermutet einen technischen Defekt. (GEA)
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