Prominente - Medien, Bildung, Gorleben: der Fernsehmoderator am Mössinger Firstwald-Gymnasium

Einmal lernen mit Pilawa

Von Philipp Förder

MÖSSINGEN. Er war ein Hauptgewinn. Bei der Aktion »Promis an die Schule« des Magazins Focus Schule hat das Mössinger Firstwald-Gymnasium Jörg Pilawa gewonnen. Gestern war der Fernsehmoderator da, und Tamara und Anna aus der 5b sind sich in der Schlange der Autogrammjäger einig: »Das ist einfach geil, wenn so jemand an die Schule kommt.«

Jörg Pilawa zu Besuch in Mössingen Foto: Meyer
FOTO: Jürgen Meyer
So jemand, der perfekt zu einer Schule passt, die sich das Profil »Mensch und Medien« (MuM) gegeben hat. Der Medienprofi, der im Oktober beim ZDF seine neue Show »Rettet die Million« startet. Der Mensch, der - mit einer Lehrerin verheiratet - sein Privatleben vor den Medien abschirmt, sich Gedanken über Schule und Bildung macht und den Umgang nicht nur seiner Kinder mit Medien.

Das Programm für den Gast aus Hamburg ist dicht gedrängt. Achtklässler zeigen ihre Werbefilme, die sie in »Mensch und Medien« gedreht haben, Zehntklässler stellen ihre Filme für die Abschlussprüfung vor. Pilawa selbst unterrichtet eine Stunde die 9a. Am Ende seines Besuchs zeigt er sich angetan: »Die Qualität der Filme hat mich sehr beeindruckt. Ich habe noch keine 15- und 16-Jährigen erlebt, die so eine Kompetenz im Umgang mit Medien haben.« Aber: »Medien können ein Fluch sein. Man muss nicht ständig im Internet präsent sein.«

Überraschung in der Sporthalle

Nach dem Mittagessen - Geschnetzeltes mit Reis - führen Schulleiter Helmut Dreher und MuM-Fachbereichsleiter Friedemann Stöffler Pilawa über das Schulgelände. In der Schreinerei ordert der Moderator zwei Stehpulte, vorausgesetzt er kann sich mit der Schülerfirma über den Preis einigen. »Da muss ich noch verhandeln.«

In der neuen Sporthalle wird der Promi von den überraschten Schülern mit spontanem Beifall empfangen. Als der Rektor fragt »Habt ihr auch alle frische Socken an?« fragt eine Schülerin zurück: »Wollen Sie mal riechen?«

Brechend voll ist der Speisesaal, als die Schulversammlung beginnt. Tim Steinhoff und Andreas Gaiduk aus der Seminarkursgruppe, die für den GEA die Sonderseite vom Dienstag verfasst hat, nehmen Jörg Pilawa in die Mitte. Was es mit seinem Engagement für die katholische Kirche auf sich hat, will Andreas Gaiduk wissen. Von Engagement will Pilawa nicht reden. »Aber ich bin in der katholischen Kirche, und wenn man in einem Verein ist, dann darf man ihn auch kritisieren.« Was er macht mit Blick auf den Umgang der Kirche mit den Missbrauchsvorwürfen.

Überhaupt scheut er sich nicht, zu politisch brisanten Fragen Stellung zu beziehen. Er war in Gorleben und verurteilt, was dort in Sachen Endlager passiert. Er bedauert, dass in Hamburg die Schulreform, die längeres gemeinsames Lernen zum Ziel hatte, durch einen Volksentscheid verhindert wurde: »Jetzt traut sich kein Kultusminister mehr, eine grundlegende Schulreform anzupacken.« Die er für dringend notwendig hält.

Zwei Ängste haben ihn in seiner Kindheit geplagt: vor dem Zahnarzt und vor der Schule. Die vor der Schule, sagt er den Jungen und Mädchen, habe er im Firstwald verloren: »Das ist eine hammergeniale Schule. Hier hatte ich das Gefühl: Ich kann durchatmen. In meiner alten Schule in Hamburg hat sich seit 25 Jahren nichts geändert. Ihr könnt Euch glücklich schätzen, hier zu sein.« (GEA)


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Prominenter Besuch

Jörg Pilawa in Mössingen

Jörg Pilawa zu Besuch in Mössingen Foto: Meyer
FOTO: Jürgen Meyer
 
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