Nepal - Förderkreis Patenschulen aus Kirchentellinsfurt baut Schule in Kathmandu neu. 100 000 Euro vom Ministerium

Diesmal ganz erdbebensicher

KIRCHENTELLINSFURT. Die Bereitschaft zu helfen war groß. Doch inzwischen ist die Hilfswelle abgeebbt. Manche Organisation hat einsehen müssen, dass guter Wille allein nicht reicht, um Projekte auch umzusetzen. Die Menschen in Nepal leiden weiter.

Der Förderkreis Patenschulen aus Kirchentellinsfurt ist eine Ausnahme. Er ist hartnäckig und erfolgreich. Nicht mal zwei Jahre nach dem verheerenden Erdbeben unternimmt die Gruppe einen wichtigen Schritt für dauerhafte Besserung. An der Kailash Bodhi School in Kathmandu soll ein Neubau entstehen. Demnächst wird Spatenstich gefeiert.

Seit zwei Jahrzehnten unterstützt der Förderkreis die Schule in Nepal. Bald nach dem Erdbeben 2015 haben Barbara und Winfried Krahl und einige ihrer Mitstreiter die Schäden in Augenschein genommen. Der Unterricht lief bereits wieder, aber in provisorischen Gebäuden aus Wellblech. Die Kirchentellinsfurter versprachen, nach Möglichkeiten zu suchen, wie man das schwer in Mitleidenschaft gezogene Schulgebäude sanieren könnte.

Zweiter Teil für Norwegen

Das große Sammeln begann. Bundesweit wurden Briefe verschickt. Die Mitglieder sind erprobte Helfer und haben viele feste Kontakte vermittelt. Auch ein Rückschlag wirft sie nicht um. Der kam prompt. Im Mai 2016 war klar: Die zuständigen Stellen in Nepal geben keine Genehmigung für eine Sanierung.

Für Krahl und ihre Mitstreiter kein Grund aufzugeben. Barbara Krahl gab die Devise aus: »Irgendwie muss es klappen.« Jetzt sammelte man eben für einen Neubau. Positive Nachricht kam unter anderem aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Nach langen Verhandlungen war das Ministerium bereit, sich zu beteiligen – mit 100 000 Euro.

»Wir haben genug zusammen, um anzufangen«, sagt Winfried Krahl heute. Für 185 000 Euro will man Fundament und Erdgeschoss fertigstellen. Das erste Stockwerk könnten dann die Unterstützer aus Norwegen finanzieren. Auch dort gibt es eine Gruppe. Sie hatten 1993 die Gründung der Kailash Bodhi School ermöglicht, an der rund 900 Kinder unterrichtet werden.

Gebaut wird diesmal erdbebensicher. Denn die Region ist unruhig, mit weiteren Erschütterungen ist zu rechnen. Krahl legt Wert auf die Feststellung, dass man solche Dinge berücksichtigt und auch zwei Treppenhäuser und bessere Toiletten-Anlagen vorgesehen hat.

Klar ist, dass das ursprüngliche Spendenziel von 300 000 Euro nicht ausreicht. Alles in allem wird der Neubau rund eine halbe Million Euro kosten. Kommt noch eine Solaranlage dazu, sind es noch mal 30 000 Euro mehr. »Wir brauchen noch viel mehr Spenden«, sagt Krahl und freut sich, dass die Bereitschaft bisher so hoch war. Und er weiß: Für die Zukunft der Kinder in Nepal spielt Schulbildung eine entscheidende Rolle. (-jk)

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