Musik - »Rock without Limits« zum letzten Mal in Gomaringen: 3 000 Fans feiern mit, 19 Bands rocken Halle und Zelt

Christliche Botschaft auf die Ohren

Von Angela Hammer

GOMARINGEN. Die Grenzen sind erreicht, das »Rock without Limits« wird seine Geburtsstätte Gomaringen verlassen. Die bekam aber zum Abschied noch einmal ordentlich per Hardrock, Rock und Pop die christliche Botschaft auf die Ohren: Traditionell kurz vor Allerheiligen rockten und feierten auf dem Gelände der Sport- und Kulturhalle über 3 000 Fans aus ganz Deutschland mit 19 internationalen Bands.

FOTO: Angela Hammer
Freitagnachmittag kurz vor 15.30 Uhr: Wo sind Getränke für die Mitarbeiter? Wer hat die Schlüssel? Im Minutentakt laufen am Infopoint die Anfragen ein und werden vom harten Kern der Organisatoren zügig abgearbeitet. Die Gomaringer CVJMler Daniel Riesner und Karin Renz, Peter Ritter von der Biblischen Glaubensgemeinschaft Zollern-Alb und Hartmut Walter vom CVJM Mössingen verfügen über ein komplettes Office mit Laptop, Drucker, Mobiltelefonen, Walkie-Talkie und WLan-Zugang - und haben vor allem den Überblick. Fünf der rund 200 ehrenamtlichen Helfer sind als »MOD«, als »Master of Desaster« geschult und auf alle Eventualitäten vorbereitet.

Balladen zum Träumen

Kurz vor 17 Uhr ist alles klar, die Party kann beginnen. Die nächsten sieben Stunden wird rund um drei Bühnen nonstop die christliche Botschaft gefeiert - Hardrock, Metal, Pop-Punk-Rock und Ska/Punk auf der Main- und Sidestage im großen Zelt und in der Sporthalle, schöne Balladen zum Zuhören und Träumen unplugged in der Kulturhalle. Bis auf Gospel ist für den Geschmack des meist jungen Publikums alles dabei, und die in den USA etablierten christlichen Bands wie Disciple, Everyday Sunday, Spoken oder The Insyderz haben mittlerweile auch in Deutschland ihre Fans.

Daran ist sicher Rock without Limits nicht unschuldig. Dessen Hauptorganisator Johannes Radtke holt aber auch immer Bands, die noch nie hier waren; so sind dieses Jahr beispielsweise The Letter Black und Demon Hunters, bekannte und beliebte Bands der Szene, zum ersten Mal dabei. Frontmann Ryan Clark ist so heiser, dass er kaum reden kann. Das hindert ihn aber nicht daran, mit »Schbätzle«, dem einzigen deutschen Wort, das er kennt, seine Sympathie fürs Publikum kundzutun. Aber auch etliche deutsche Bands wie Good Weather Forecast, Ceil, About an Author oder Sacrety bringen Zelt und Halle zum Schwingen und Headbangen.

Die Bands spielen zeitversetzt, sodass zwischen den Bühnen gependelt werden kann und möglichst wenig verpasst wird. Nebenan erzählt Claas P. Jambor von seinen leidvollen Erfahrungen mit der Musikindustrie und verzaubert Lilly among Thorns die Zuhörer in der mittlerweile zur großen Liegewiese umfunktionierten Halle.

Auflagen berücksichtigen

Natürlich kommt es trotz ausgeklügelter Logistik immer wieder mal zu Wartezeiten im Freien; Kritik schlägt sich später jedoch nur vereinzelt im Gästebuch von Rock without Limits nieder. Die Veranstalter hatten einiges an Auflagen zu berücksichtigen, darunter eine beschränkte Aufnahmekapazität in der Sporthalle. Aber ob christliche Botschaft oder nicht: »Echt cool«, »saugeil« und »hammer« scheint wohl in allen Lagern der Gipfel an »riesen fettem Lob« zu sein.

Die Stimmung war - nicht zuletzt, weil kein Alkohol ausgeschenkt wurde - durchweg spitze, egal ob bei den Helfern oder beim Publikum. Und die headbang-bedingten Verletzungen hielten sich in Grenzen, jedenfalls war der Einsatz für die Rotkreuzler Melanie Schäfer und Kim Eißler meist im grünen Bereich.

Nach dem Konzert ist vor dem Konzert. Balingen ist bereits in Vorbereitung; Spoken und Disciple hatten sich gleich am Samstagmorgen bei Johannes Radtke angemeldet. Die US-Bands geben begeistert Rückmeldung: »Europe has been wonderful, and we'll be sad to leave in a few days« (Europa war wunderbar und wir sind traurig, in ein paar Tagen gehen zu müssen) schreiben die Hard-Rocker Disciple auf ihrer Homepage.

»Die wollten in dieser Nacht gar nicht mehr ins Bett«, blickt Radtke amüsiert zurück. Und zollt den Bands großes Lob: »Der Umgang mit den Bands ist wohltuend unkompliziert. Keine Sonderwünsche, offen und freundlich - kaum zu glauben, wenn man Metaller wie Demon Hunter auf der Bühne erlebt.« Irgendwas muss da doch anders sein. (GEA)




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Party mit Kultstatus

Rock without Limits

FOTO: Angela Hammer
 
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