ÖPNV - Kirchentellinsfurter Räte kritisieren Buspläne

Busverbindung: Einsatz für Neue Steige

KIRCHENTELLINSFURT. Der Bus fährt zwar von April an nach Mahden, dafür aber kaum noch über die Neue Steige.

Die Überarbeitung der Buslinie 7601 zwischen Tübingen und Reutlingen - der GEA berichtete - schmeckte den Gemeinderäten nur bedingt. Zwar finden es alle gut, dass das Industriegebiet nun auch mit dem Bus zu erreichen ist. Auch die künftige Haltestelle an der Gächtstraße stößt auf Zustimmung. Dass aber der Bus künftig fast immer über den Südring fährt, wollten die Räte nicht schlucken.

»Mann- und frauhaft«, so der Erste Landesbeamte Hans-Erich Messner, hatten sie schon im Ausschuss gekämpft. Wäre es nach dem Landratsamt gegangen, würden künftig alle Busse die als Nadelöhr beschriebene Strecke umfahren. Räte aller Fraktionen versuchten noch einmal, »eine Lanze für die Neue Steige« (CDU-Rat Peter Maier) zu brechen, doch vergebens. Messner und Tobias Schmauer von der Verkehrsabteilung des Landratsamts blieben hart. Zum einen gebe es kaum Fahrgäste auf der Strecke, zum anderen Verspätungen durch enge Kurven. Prüfen wird man auf Anregung von SPD-Rätin Petra Kriegeskorte allerdings, ob ein Bus um 7.18 Uhr an der Gemeindehalle halten kann.

Mehr Zubringerbusse


Das Landratsamt wolle Busse und Bahnen besser aufeinander abstimmen, hatte Messner zu Beginn erklärt. Bürgermeister Bernhard Knauss sprach auch vom »Abbau von Schienenparallelverkehr«. Künftig gibt es in Kirchentellinsfurt auch mehr Bahnhofszubringerbusse: Zu den Zügen von Tübingen fahren 22 bis 25 Busse pro Tag statt bisher 14 bis 17. Bei den Zügen nach Tübingen sind es 21 bis 24 und damit bis zu vier mehr als bisher. Durch die Kombination von Bus und Bahn soll auch die Bahnstation Kirchentellinsfurt gestärkt werden. Sonst käme das Land bei Geldknappheit eines Tages noch auf die Idee, Zughalte zu streichen, gab Schmauder zu bedenken. Im Gegenzug werden die 14 bis 15 Direktbusse zwischen Reutlingen und Tübingen auf vier Paare reduziert.

Eine Rolle spielt aber auch das Geld. »Wir wollen nicht mehr den ÖPNV finanzieren, der auf Reutlinger Kreisgebiet läuft«, so Messner. Der Kreis Reutlingen zahle für den ÖPNV pro Jahr 800 000 Euro, Tübingen 4,3 Millionen. (sel)



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