Literatur - Die drei Autoren Uschi Kurz, Sybille Baecker und Veit Müller sorgen in Gomaringen für Spannung

Blutwurst zur Kriminacht

VON PHILIPP FÖRDER

GOMARINGEN. Er ist sich seiner Aufgabe bewusst. »Ich bin der Hofclown, der, wie in den Dramen von Shakespeare, die Leute wieder aus ihrer Betroffenheit herausreißt.« In der Spannung mit Musik für Entspannung zu sorgen, das ist die Rolle von Jürgen Sturm mit Partnerin Mary Jane bei der schwäbischen Kriminacht im Gomaringer Schlosshof. Was er souverän meistert. Als er zu später Stunde den Pink Floyd-Klassiker »Wish You Were Here« anstimmt, gibt es unter den rund 130 Besuchern wohl keinen, der nicht hier im Schlosshof sein will.

Ein warmer Sommerabend im heimeligen historischen Ambiente des inneren Schlosshofs – die perfekte Kulisse für Mord und Totschlag, zumal der bewirtende Gesangverein Harmonie bei seinem schwäbischen Vesper, passend zur Literatur, auch Blutwurst im Angebot hat und die Bühne neben dem alten Waschhäuschen aufgebaut ist, das den Gomaringer Vögten einst als Gefängnis diente. Beste Bedingungen also für die drei Autoren Uschi Kurz, Sybille Baecker und Veit Müller, um ihre Regionalkrimis in dieser Lesenacht vorzustellen, die von der VHS, der Bibliothek und der Buchhandlung Gustav organisiert wurde.

Leiche im Morgengrauen

»Alles, was man für einen Krimi braucht, ist ein guter Anfang und ein Telefonbuch, damit die Namen stimmen«, zitiert Gabriele Förder von der VHS bei der Begrüßung den Franzosen Georges Simenon. Ganz so einfach hat es sich der Schöpfer der legendären Figur von Kommissar Maigret aber dann doch nicht gemacht, und auch die drei Autoren zeigen, dass es schon ein bisschen mehr sein darf.

Uschi Kurz, die Wannweilerin, lässt ihren Ermittler Konstantin Marks und die Rechtsmedizinerin Katharina Zimmermanns in Stuttgart einen Serienmörder jagen, der auch in Bad Urach zuschlägt und ... – das wird jetzt nicht verraten. Sybille Baecker, die Ammerbucherin aus Niedersachsen, lässt in »Neckartreiben« eine Polizistin im Morgengrauen eine Wasserleiche im Neckar beim Tübinger Uhland-Gymnasium finden. Zwischendurch gibt sie Einblicke in ihre Recherchearbeit für einen Krimi, auch was die Whisky-Sorten betrifft, die ihre Hauptfigur Kommissar Andreas Brander im Laufe eines Romans verkostet, in diesem Fall Bunnahabhain, Glenfiddich, Knockando und Talisker.

Es ist schon dunkel, als Veit Müller schließlich aus seinem Krimi »Tübinger Blues« liest, musikalisch angekündigt von Jürgen Sturm, der dafür eigens einen »Tübinger Blues« geschrieben hat. Ein Mord im Dunkel des Schönbuchs, aber dabei wird es nicht bleiben. (GEA)



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