Wettbewerb - Der süße »Steinlachtäler« ist Sieger bei der ersten schwäbischen Mostmeisterschaft in Herrenberg

Bester schwäbischer Most kommt aus dem Steinlachtal

VON ANGELA HAMMER

STEINLACHTAL/HERRENBERG. Ja! Freudestrahlend und schweißgebadet kletterte Hobby-Moster Willi Schmalz aufs Podest, ließ sich von Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch zum Sieg gratulieren. Die Mössinger Moster, die ihr Obst- und Gartenbauvereinsmitglied Schmalz zur ersten Schwäbischen Mostmeisterschaft begleiten, jubelten, zum zweiten Mal an diesem schwülwarmen Abend. Denn kurz zuvor gab es schon einen Sieger aus dem Landkreis Tübingen.

Foto: Dehm
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Der »Steinlachtäler« belegte bei den Profimosten den ersten Platz. »Damit hatten wir nicht gerechnet«, freut sich Hans G. Wener. Der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) reichte mit Martin Wörnle vom Netzwerk Streuobst stellvertretend für die acht Vereine, die den Most kreiert hatten, die süßere Variante zur Verkostung und Prämierung ein. Der Verein Streuobstparadies hatte nach den »Kreismeisterschaften« im Mai nun die erste Schwäbische Mostmeisterschaft ausgelobt, den »Eurovision Moschd Conteschd«, wie ihn der Erste Landesbeamte Hans-Erich Messner genannt hatte (der GEA berichtete). In Herrenberg fand sie deswegen statt, weil der Landkreis Böblingen wie der Zollernalbkreis schon seit gut zehn Jahren prämieren. Nicht alle der sechs Landkreise im Streuobstparadies konnten Prämierungen durchführen, und so nahmen die Siegermoste aus vier Kreisen teil - 20 Hobbymoste, getrennt nach Most aus Kernobst, also Apfel, Birne, Quitte, und Most mit Fruchtmischungen. In der dritten Kategorie wurde die Produkte von professionellen Mostereien prämiert; das Obst musste überwiegend aus dem Streuobstgebiet stammen. Leider hatten sich hier trotz mehrfacher Aufforderung nur drei beteiligt. Auch wurde im Vorfeld bemängelt, dass eine Analytik der Moste fehle. »Aber«, verspricht Alexander Dehm vom Verein Streuobstparadies, »wir nehmen konstruktive Anregungen auf«.Dennoch ist das ein schöner Erfolg für den neuen Most, findet Willy Junger, der für den OGV Gomaringen dabei war und von der Staatssekretärin die Auszeichnung für den Steinlachtäler. Der bestätigt einen neuen Trend bei dem Traditionsgetränk, das mittlerweile wieder in der Gegenwart angekommen scheint: Most darf spritzig und leicht süß sein, wie auch einer der Mischmoste mit schwarzen und roten Träuble und Holunder. »Fast wie ein Secco«, fand auch Jenny Piegsa vom Landwirtschaftsministerium. Einige Prominenz hatte das Streuobstparadies für den Abend aufgeboten. So saßen in der Fachjury neben der Staatssekretärin der Böblinger Landrat Roland Bernhard, Herrenbergs Oberbürgermeister Thomas Sprißler, Steffi Cornelius, Museumsleiterin des Beurener Freilichtmuseums sowie Sommelier Bertram Haak von der Sektkellerei Kessler. Auch Gastronom August Kottmann aus Gosbach war dabei. Der engagierte Fachmann für Brände und Moste unterstützt die neuen süßen, spritzigen Moste, zu denen der Steinlachtäler zählt. Nicht jeder der traditionellen Moster sieht das so, denn es bruddelte in der Publikumsjury schon vereinzelt: »Seit Saft neikommt, isch's nix mehr«. Doch auch Joachim Löckelt vom Landratsamt Tübingen ist überzeugt: Diese neuen Moste haben eine Chance in der Breite. Einziger Wermutstropfen: die für 2017 zu erwartende miserable Obsternte im Streuobstland. (GEA)

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