Hilfe - Freundeskreis traf sich in Wankheim mit Flüchtlingen aus Syrien. Fünfmal Deutsch-Unterricht in der Woche, aber noch Schwierigkeiten bei der Verständigung

Bauernhof als Begegnungsstätte

KUSTERDINGEN-WANKHEIM. Sich begegnen, sich verstehen – das will der »Freundeskreis Flüchtlinge« in Wankheim fördern. Dazu lud er zu einem gut besuchten Treffen am Samstag im Laifhof ein. Zur Käsesuppe, wahlweise mit oder ohne Fleisch, fanden sich neben rund zwanzig ehrenamtlichen Unterstützern von der Flüchtlingshilfe Härten auch rund ein Dutzend Syrer ein. Sie schienen sich wohlzufühlen.

Ulrike Bast hatte gekocht. Die ehrenamtliche Unterstützerin feierte gleichzeitig Abschied: Zusammen mit ihrem Mann Benjamin und Tochter Eliana zieht sie aus beruflichen Gründen nach Nebringen. Später spielte Kay Wächter am Piano, Dietsch Kunze an der E-Gitarre und Simon Winkelmann am Schlagzeug. Annette Braun, die zusammen mit ihrem Mann den Laifhof besitzt, sang dazu – ein gemütliches Beisammensein.

»Wir verlieren mit Ulrike und Benjamin zwei sehr aktive Mitglieder«, sagte Sigmund Braun. Ein Mal im Monat ist der Laifhof, neben vielen anderen Aktivitäten, für solche Begegnungen geöffnet. »Wir nutzen den Bauernhof als Begegnungsstätte«, sagte der 49-Jährige, der im Hauptberuf als Ingenieur tätig ist.

Rat und Tat im Alltag

Die Kommunikation ist allerdings noch immer ein Problem. Die anwesenden Syrer gingen zwar offen auf die Kusterdinger zu, genauso wie umgekehrt. Allerdings sprach von den Flüchtlingen, bis auf wenige Wortfetzen, keiner Deutsch oder Englisch. Man verständigte sich mit Händen und Füßen.

Derzeit sind 34 Flüchtlinge in Wankheim untergebracht. Drei Roma-Familien und 17 syrische Männer wohnen alle im selben Haus. Sie erhalten viermal pro Woche Deutschunterricht in Tübingen. Samstags gibt es einen Kurs in Wankheim. »Ich unterrichte mehrere Flüchtlinge privat«, erklärte Ruhestandspfarrer Hermann Fischer. Er rechnet schon bald mit weiteren Flüchtlingen.

Psychotherapeutin Carmen Morawetz hat den Unterstützerkreis im Herbst 2014 gegründet, als sie sah, welcher Bedarf bestand. »Wir stehen den Flüchtlingen im alltäglichen Leben mit Rat und Tat zur Seite«, erklärte sie. Dieses Engagement sei für sie selbstverständlich. Ihr Partner Heiner Gramach sieht darin eine »Bereicherung für sein Leben«.

Mitglieder des Kreises auf den Härten kümmern sich neben Sprachunterricht um Themen wie Schule, Kindergarten, Arztbesuche und Ämterangelegenheiten. »Es ist wichtig, in Zeiten von Pegida und Co auch zu zeigen, dass wir Fremde willkommen heißen«, sagte Gramach. Er handle in erster Linie aus humanitären Gründen.

Und weiteres Engagement scheint dringend nötig. Neben Möbeln fehlen momentan vor allem Wohnungen für die Anschlussunterbringung. Auch zusätzliche Unterstützer, die sich nach ihren individuellen Möglichkeiten einbringen können, sind gerne gesehen. (stb)

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www.fluechtlingshilfe-haerten.de //



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