Gesellschaft - Oma und Opa leisten viel für die Enkel: Der Kreisseniorenrat Tübingen will Defizite in der öffentlichen Wahrnehmung und öffentlichen Würdigung abbauen

Auf Großeltern ist Verlass

TÜBINGEN. Großeltern unterstützen ihre Enkelkinder jährlich mit mehr als 30 Milliarden Euro. Die Betreuungszeit, die sie ihren Enkeln widmen, lag 2008 bei geschätzt mehr als zwei Milliarden Stunden. Ihr Beitrag zur Generationensolidarität findet in öffentlichen Debatten bisher wenig Aufmerksamkeit und öffentliche Würdigung. Der Kreisseniorenrat Tübingen will dies ändern und hat hierzu ein Konzept erarbeitet.

Der Kreisseniorenrat will den Beitrag von Großeltern zur Generationensolidarität ins öffentliche Bewusstsein rücken. FOTO: DPA
Der Kreisseniorenrat will den Beitrag von Großeltern zur Generationensolidarität ins öffentliche Bewusstsein rücken. FOTO: dpa
Aus der Tatsache, dass Großeltern und Enkel nur noch äußerst selten in einem Haushalt zusammenleben, sollte laut Hansjürgen Stiller, Vorsitzender des Kreisseniorenrats, nicht der Schluss gezogen werden, dass es kaum noch einen Familienverbund über die Generationen hinweg gibt. Auch die räumliche Distanz zwischen Enkeln und Großeltern stehe einer engen Beziehung kaum entgegen. Etwa drei Viertel aller Großeltern lebe in Baden-Württemberg weniger als eine Stunde von den Enkeln entfernt. Deshalb will der Kreisseniorenrat die Bedeutung von Opa und Oma für die Kinder mehr herausstellen.

Um das Anliegen auf eine möglichst breite Basis zu stellen, bemüht sich der Kreisseniorenrat darum, Verbündete aus dem Kreis der Familienarbeit und Familienpolitik zu gewinnen. Er hat hierzu unter anderem mit den Bündnissen für Familie Tübingen und Rottenburg, dem Mütter- und Familienzentrum Mössingen und dem Kinderschutzbund Kontakt aufgenommen. Auch die zuständigen fünf Landtagsabgeordneten sind informiert.

Ein Teil von Familienarbeit

Darüber hinaus will er die Aufmerksamkeit auch auf das Bemühen von Großeltern um Enkelkinder mit Behinderungen sowie die Großeltern-Enkel-Beziehungen von Zuwandererfamilien lenken. »Letztlich gilt es ganz allgemein, den Beitrag von Großeltern zur Generationensolidarität ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und Seniorenarbeit auch als Teil von Familienarbeit und umfassender Generationenarbeit zu verstehen«, heißt es in einer Mitteilung.

Mit der Familienforschung Baden-Württemberg, der sozialwissenschaftlichen Forschungseinrichtung des Statistischen Landesamts, hat der Kreisseniorenrat verabredet, in gemeinsamen örtlichen Veranstaltungen auf die Bedeutung der Großeltern-Enkel-Beziehungen aufmerksam zu machen. Zur oft schwierigen Situation von Großeltern und Enkeln im Fall der Trennung oder Scheidung der Eltern hat sich ein Initiativkreis gebildet. Dieser will nach Hilfsmöglichkeiten suchen, wenn in familienrechtlichen Verfahren für Großeltern keine befriedigende Lösung für den Umgang mit ihren Enkeln erreicht werden konnte. (GEA)



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