Tübingen
Urologen-Tagung - Mediziner empfehlen bereits ab dem 40. Lebensjahr den Standardtest für Prostata-Krebs

Auf der Suche nach besserer Früherkennung

TÜBINGEN. Prostata-Krebs ist die dritthäufigste Todesursache bei Krebserkrankungen von Männern. Nur ist seine frühzeitige Bestimmung noch nicht so weit entwickelt wie beim Brustkrebs der Frauen. Die sogenannte PSA-Bestimmung, das gängigste Verfahren, ist bei erhöhten Werten nur ein erster Hinweis. Eine Biopsie gibt näheren Aufschluss, zeigt aber auch, dass die meisten sich unnötige Sorgen gemacht haben.

Trotzdem gibt es bei den deutschen Urologen die Leitlinie, den 20 Euro teuren Test bereits im Alter von 40 Jahren machen zu lassen. Denn auch der Verlauf der Werte kann Aufschluss über das Risiko geben, wie der Dresdner Professor Manfred Wirth anlässlich der 52. Tagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie erläuterte.



In einigen Jahren erhofft man sich auch zuverlässigere Möglichkeiten als die PSA-Bestimmung, um dem Prostata-Karzinom auf die Spur zu kommen. Die ein oder andere vielversprechende Methode wurde bei der Tagung, die heute zu Ende geht, erläutert.

Reihenuntersuchungen wie beim Brustkrebs für Frauen könnten eine Methode sein. Professor Fritz Schröder aus Rotterdam leitet eine 1999 begonnene Studie an 186 000 Männern. Zwar gibt es Hinweise, dass dies bei der Altersgruppe zwischen 50 und 60 Jahren die besten Ergebnisse bringt. Aber empfehlen mag Schröder das noch nicht, weil auch die Gefahr der Überbehandlung besteht, wo vielleicht abwarten angesagter wäre. »Jede Behandlung ist kein Kamillentee«, sagt Wirth.

Eine wichtige Rolle beim Umgang mit Prostatakrebs und anderen Krebsarten spielen die Selbsthilfegruppen, betonten die Urologen. Eine Selbsthilfegruppe Blasenkrebs wurde jetzt im Rahmen der Urologen-Tagung gegründet, die erste in Baden-Württemberg, wie Oberarzt David Schilling erläuterte. An Blasenkrebs sei im Wesentlichen das Rauchen schuld oder der Kontakt mit chemischen Stoffen wie früher in der Industrie. Im Gegensatz zum Lungenkrebs, wo das Risiko geringer wird, wenn man mit dem Rauchen aufhört, ist die Menge dessen, was man in seinem Leben geraucht hat, maßgeblich für das Erkrankungsrisiko. (al)



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