LEUTE - Der Tübinger Klemens Ludwig hat die Spuren der Astrologie in der Kunstgeschichte verfolgt

Astrologie in der Kunst: Die Sterne als des Rätsels Lösung

Von Joachim Kreibich

TÜBINGEN. Seit wenigen Tagen ist er wieder zurück. Einen Monat war er im Auftrag der Kindernothilfe in Indien. Bei den Adivasis im Osten des Subkontinents, die als die Ärmsten der Armen gelten und in der Hierarchie der Kasten sogar noch unter den Unberührbaren stehen. Klemens Ludwig setzt sich ein – und er schreibt Bücher.

Die Zahl der von der Astrologie inspirierten Werke ist größer, als mancher denkt: Hier eine Tierkreis-Darstellung aus dem populären Stundenbuch »Très Riches Heures« (15. Jahrhundert) in einer Kombination mit moderner Malerei von Robert Delaunay.  FOTO: VERLAG
Die Zahl der von der Astrologie inspirierten Werke ist größer, als mancher denkt: Hier eine Tierkreis-Darstellung aus dem populären Stundenbuch »Très Riches Heures« (15. Jahrhundert) in einer Kombination mit moderner Malerei von Robert Delaunay. FOTO: VERLAG
Der heute 58-Jährige war mehrfach für die Welthungerhilfe unterwegs, war Asien-Referent der »Gesellschaft für bedrohte Völker« und Vorsitzender der Tibet-Initiative in Deutschland. Er hat zuletzt eine Dalai-Lama-Biografie verfasst, Reportagen und Porträts über Tibeter im Exil, ein Werk über den Islam und dessen Opferrolle in den Medien – aber auch einen Bauernkriegsroman (»Die schwarze Hofmännin«) und im vorigen Jahr einen Polit-Thriller (»Gendün – die Rückkehr des Panchen Lama«).

Verschlüsselte Darstellungen

Jetzt ist ein neues Buch erschienen. Und diesmal hat der Menschenrechts-Aktivist und Publizist ein ganz anderes Thema gewählt – und dabei Kunstgeschichte und Astrologie verknüpft.

Kunst? Und Astrologie? »Bei genauerem Hinsehen ist diese Kombination nicht überraschend«, sagt der Autor und listet als »Zeugen« unbekannte Meister, aber auch namentlich bekannte Größen wie Leonardo da Vinci, Dürer, Dali oder Andy Warhol auf. »Die astrologische Symbolik zieht sich wie ein roter Faden durch die Kunst«, hat der Tübinger beobachtet und macht dies an Beispielen quer durch die Epochen klar.

Eines davon ist Leonardo da Vincis »Abendmahl«. Und das ist nach Auffassung Ludwigs nur durch die Astrologie zu verstehen. »Die seltsam verworrene Gestik der zwölf Jünger gibt in der Kunstgeschichte Anlass zu zahlreichen Spekulationen und bisweilen wirren Interpretationen, die so lange unbefriedigend bleiben, wie die astrologische Ebene ausgeschlossen wird.«. Ludwig ist überzeugt: »Die zwölf Jünger sind eine verschlüsselte Darstellung der zwölf Tierkreiszeichen.«

Wer Ludwigs jüngste Veröffentlichungsliste anschaut, könnte meinen, das Thema Astrologie sei neu für den studierten Theologen. Doch unter seinen mehr als 30 Büchern befindet sich auch ein Lexikon der Astrologie. »Und Kunstgeschichte«, sagt er, »hat mich schon immer interessiert.«

Nichts völlig Neues also für Ludwig. Und auch kein Werk allein für Hobby-Sterndeuter, Horoskope-Fans und Kenner der Astro-Szene. Der Autor wendet sich an beide Gruppen, kunsthistorisch wie astrologisch Interessierte, und allgemein an Leser, die Offenheit für neue Sichtweisen mitbringen. In einem letzten Kapitel listet er nach Ländern getrennt von der Astrologie inspirierte Werke auf: von der (Vor-)Antike über Renaissance und Barock bis zu Zeitgenössischem – es gibt mehr, als der unbefangene Beobachter für möglich gehalten hätte und nicht nur Malerei und Skulpturen, sondern auch Bauwerke – von Stonehenge bis zum Mailänder Bahnhof. (GEA)

Lesung und Buch

Klemens Ludwig: »Astrologie in der Kunst – 4 000 Jahre kosmische Harmonie und Ästhetik«, Chiron-Verlag, 233 Seiten, 24,80 Euro, 40 farbige und 40 Schwarz-Weiß-Abbildungen. Der Autor stellt sein Werk am Freitag, 13. Dezember, um 20 Uhr in der Buchhandlung Rosa Lux, Lange Gasse 27, vor.

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